Ratgeber : Hochsaison für Einbrecher

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Im Herbst beginnt die Hochsaison der Einbrecher: Im Schutz der Dunkelheit können sie leichter in Wohnungen eindringen und besser erkennen, ob jemand zu Hause ist. Es ist jedes Jahr das gleiche "Spiel".

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10. November 2010, 11:51 Uhr

"Sobald die Uhr umgestellt ist, nehmen die Wohnungseinbrüche wieder zu", sagt Manfred Vonhausen, Sprecher der Polizei Frankfurt. Denn dann ist es am Nachmittag schon eine Stunde früher wieder dunkel. Und am liebsten steigen Einbrecher am späten Nachmittag und frühen Abend in Wohnungen ein, wenn Mieter und Inhaber noch bei der Arbeit oder beim Einkaufen sind.

Besonders beliebt sind große, anonyme Mehrfamilienhäuser, in denen die Nachbarn nicht so sehr aufeinander achten. Meist klingeln die Täter am Haupttor - wie der Austräger von Werbung. "Irgendwer macht ihnen schon auf", erklärt Vonhausen. Für den Einbruch selbst haben die meisten Einbrecher dann nur einen unauffälligen Schraubendreher dabei. "Sie stehen unter Zeitdruck", sagt der Polizeisprecher. So geben die meisten Täter auch auf, wenn sie nicht innerhalb von fünf Minuten in die Wohnung eindringen können. Allerdings stellen selbst ordnungsgemäß verriegelte Fenster für Diebe selten ein größeres Problem dar. Fachleute raten, bei Neubauten oder bei einer Modernisierung Fenster und Fenstertüren der sogenannten Widerstandsklasse zwei oder höher einzubauen. Diese besitzen sehr stabile Verriegelungen, einen Schließmechanismus aus gehärtetem Stahl und Verbundglas. Vorhandene Fenster und Türen, denen ein wirksamer Einbruchschutz fehlt, können nachträglich verbessert werden. Alarmanlagen ersetzen mechanische Sicherungen nicht, denn sie melden den Einbruch nur, verhindern ihn aber nicht. Das Bundeskriminalamt (BKA) setzt auch auf die positive Wirkung von Präventionsmaßnahmen. Lampen mit Zeitschaltuhren im Haus und von Bewegungsmeldern gesteuerte Lichter im Garten und auf dem Balkon zum Beispiel schrecken den Fachleuten zufolge Einbrecher ab.

Die meisten Diebe nehmen nur mit, was sie schnell einstecken und zu Geld machen können: Schmuck, Geld, Kameras oder einen Laptop zum Beispiel. Die Einbrecher wüssten genau, wo sie suchen müssen, sagt Vonhausen: "Die Leute verstecken ihr Geld und ihren Schmuck immer wieder an derselben Stelle." Als Beispiele nennt er Zucker- und Kaffeedosen in der Küche, Wäscheschränke und Matratzen. An solchen Orten sollten Wertsachen also keinesfalls aufbewahrt werden.

Mehr noch als der materielle Schaden machen vielen Opfern die Verletzung ihrer Privatsphäre und das verloren gegangene Sicherheitsgefühl zu schaffen: Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeute für viele Menschen "einen großen Schock". Wer in der Dämmerung auch ein Auge auf die Wohnung oder das Haus nebenan wirft, kann seinen Nachbarn und Freunden diese Erfahrung ersparen.

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