Hochmodern gegen den Krebs



Die neue Rostocker Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie ist gestern offiziell eröffnet worden. Eine warme Atmosphäre zeichnet den Neubau aus. Die Wartezeiten für Patienten haben sich verkürzt, neueste Technik optimiert die Therapie. „Die Klinik ist eine Erfolgsstory“, sagt Prof. Peter Schuff-Werner, der Ärztliche Direktor.

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13. Juni 2008, 12:49 Uhr

Rostock - Ein schöner Termin für Dagmar Schipanski. Die Physikprofessorin ist als Präsidentin der Deutschen Krebshilfe nach Rostock gekommen. Eine Gesellschaft, die mit privaten Spenden den Bau der Rostocker Strahlenklinik erheblich mitfinanziert hat. Drei Millionen Euro flossen so, weitere 3,5 Millionen als zinsloses Darlehen. Das Land überwies zusätzliche sieben Millionen. So konnte sie gebaut werden, die neue Strahlenklinik der Uni. Sie entstand gleich neben dem alten Gebäude und wurde teilweise integriert.

Die Therapieräume sind ebenerdig – „keine Bunker“Alt, wirklich alt war die Klinik vorher, genauso wie ihre medizinischen Geräte. Zu wenig Platz im Gebäude und die sanitären Einrichtungen hatten das Prädikat „unzureichend“. Nicht nur die Arbeit von Ärzten und Pflegekräften war dadurch behindert, verbesserungswürdig war vor allem die Situation für die Patienten. Ohnehin verängstigt, wurden sie in – so sagt Schipanski – „Bunkern“ bestrahlt. Zwar darf auch in die neuen Räume kein Tageslicht, aber sie sind immerhin ebenerdig und dazu versehen mit warmen, künstlerischen Motiven an der Wand. Immerhin 30 Mal muss sich der Krebspatient schließlich im Durchschnitt für eine Strahlenbehandlung auf die „Bank“ legen. Bei 55 Prozent der Männer, Frauen und Kinder geschieht das zunächst mit einem heilenden Ansatz. „Die übrigen Patienten werden palliativ behandelt, wir nehmen ihnen die Schmerzen, verzögern den Tod“, sagt Dr. Gunther Klautke, der kommissarische Direktor des neuen Gebäudes.

In einem Haus: Chemo und Strahlen
Alle Krebsformen werden in der Strahlenklinik behandelt – wenn notwendig in Kombination mit einer Chemotherapie. Besonders häufig sind Lungenkrebs, Kopf- und Halskrebs, Enddarm- , Brust-, und Prostatakrebs. 41 der Patienten können stationär aufgenommen werden. Bis 2009 sollen weitere sechs Betten hinzu kommen. Pro Jahr werden so 1500 Patienten behandelt. Gut für sie: Die Wartezeiten haben sich verkürzt. Während diese bei ambulanten Patienten quasi abgebaut sind, betragen sie für eine stationäre Aufnahme noch drei Wochen. „Halb so viel wie vor einem Jahr“, sagt Klautke. Verlängerte Strahlenbehandlungen von derzeit 6.30 bis 22 Uhr machten dies möglich. Die stationären Patienten bleiben 16 bis 22 Tage, das liege unter dem Bundesdurchschnitt. Mecklenburg-Vorpommern hat drei weitere Strahlenkliniken: in Greifswald, Schwerin und Neubrandenburg.

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