Hochbetrieb beim Ernteankäufer

 Der Raps vom Landwirt  Manfred Zimmer aus Boissow wird gewogen. Axel Pamperin kontrolliert die  Waage.
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Der Raps vom Landwirt Manfred Zimmer aus Boissow wird gewogen. Axel Pamperin kontrolliert die Waage.

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28. Juli 2008, 07:07 Uhr

Wittenburg - Sie gönnten sich kaum Zeit zum Verschnaufen: Landwirt Uwe Elwert aus Scharbow fährt auf die Waage, mit dem Probenzieher wird automatisch eine Probe des Rapses entnommen. Der Familienbetrieb hat etwa 40 Hektar angebaut. Gedroschen wurde in der Nacht bis 1.30 Uhr. Die Zeit ist knapp. Er will zum Entladen und zurück aufs Feld. Der Nächste auf der Waage ist der 67-jährige Landwirt Manfred Zimmer aus Boissow. Er hat etwa acht Tonnen Raps geladen. Auch er will sie schnell in Wittenburg loswerden. Der Nachbar von Manfred Zimmer hilft mit dem Mähdrescher aus. Traktor und Hänger müssen schnell wieder zurück.

Das traumhafte Erntewetter ist gratis
Axel Pamperin , Geschäftsstellenleiter in Wittenburg, kann die Eile der Landwirte verstehen. „Das Einzige, was die Bauern jetzt gratis haben“, so Axel Pamperin, „ist das traumhafte Wetter und da wollen sie jede Minute nutzen. Wir sind darauf eingestellt, dass alles schnell gehen muss.“ Die Kosten für die Mähdrescher sind gewaltig. Mähdrescher der neusten Bauart, so der Fachmann, können dem Bauern pro Minute zehn Euro kosten, also die Stunde 600 Euro. Verständlich, dass sich hier kein Landwirt lange aufhalten will.

Fast 2000 Tonnen – vorwiegend Raps aber auch schon andere Getreidesorten – kamen in den vergangenen drei Tagen. Gearbeitet wurde in der modernen Anlage bis nach Mitternacht, damit die rund 30 Landwirtschaftsfirmen, die am vergangenen Wochenende hier ablieferten, die Ernte in bester Qualität einfahren können. Es ist ganz wichtig, dass die Körner trocken sind, denn, wenn im Labor ein Wassergehalt von über neun Prozent beim Raps festgestellt wird, muss das Erntegut hier in Wittenburg technisch getrocknet werden. Die Kosten trägt der Landwirt.

„Aber, bessere Druschbedingungen als in diesen Tagen gibt es nicht“, weiß der Diplom-Agrar-Ingenieur Axel Pamperin. „Darum arbeiten wir hier fast mit der vollen Besatzung. Etwa 15 Arbeitsplätze gibt es in Wittenburg und alle Mitarbeiter wissen: Jetzt ist nun einmal Hochbetrieb und dann muss eben auch bis nach Mitternacht gearbeitet werden.

Während in den vergangenen Tagen vorwiegend Raps angeliefert wurde, kommen jetzt schon weitere Getreidesorten, wie Weizen und Roggen dazu. Das stellt an Mitarbeiter und Technik höhere logistische Anforderungen. Die Sorten müssen unterschiedlich behandelt und gelagert werden.

Zertifiziertes Saatgut zum Kauf angeboten
So gibt es in Wittenburg die Spezialität, dass hier dass Saatgut von Landwirten aus dem Vertragsanbau aufgekauft, gereinigt und gebeizt wird, und es dann als zertifiziertes Saatgut wieder den Bauern zum Kauf angeboten wird.

Bisher scheinen alle recht zufrieden zu sein. „ Wir haben im Vergleich zum Vorjahr 2000 Tonnen Futtergerste mehr aufgekauft als 2007“, so Axel Pamperin. „Auch beim Raps sieht es gut aus. Und wir hoffen, dass das Wetter den Landwirten und uns weiterhin gut gesonnen bleibt.“

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