Hitze lässt Wald knistern

<fettakgl>Ein Wundstreifen</fettakgl> wurde gezogen, um bei einem möglichen Wiederaufflackern des Bodenfeuers ein Ausbreiten zu verhindern. <foto>Doris Ritzka</foto>
Ein Wundstreifen wurde gezogen, um bei einem möglichen Wiederaufflackern des Bodenfeuers ein Ausbreiten zu verhindern. Doris Ritzka

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12. Juli 2010, 09:53 Uhr

Perleberg | Noch immer liegt der Geruch von kaltem Rauch in der Luft. Sonntag vor einer Woche standen auf dem Gelände des einstigen Schießplatzes an der B 189 alt rund 1,5 Hektar Wald in Flammen. An drei Stellen fraß sich fast zeitgleich das Feuer durch das Unterholz. Alles spricht für vorsätzliche Brandstiftung, mutmaßt Revierförster Stefan Koepp. Dafür spreche zudem, dass diese Brände, wie auch jene im Bereich der Oberförsterei Gardow in den Morgenstunden aufflammten. Laut Statistik gibt es die Masse der Waldbrände am Wochenende und abends. Zurück zu führen sind diese auf Fahrlässigkeit.

Seit vergangener Woche gilt die Waldbrandwarnstufe IV, sprich höchste Waldbrandgefahr. Rauchen und offenes Feuer im Wald sind strikt verboten, die Grillplätze im Wald gesperrt. Und auch Gartenbesitzer, die ihre Parzelle am Waldrand haben, sollten einmal mehr darauf achten, dass Bratwurst und Steak auf dem Grill nicht einen Wald in Holzkohle verwandeln. "Der Mindestabstand von 50 Meter zum Wald ist unbedingt einzuhalten", betont der Stadtförster. Jeder ist zudem gut beraten, einen Eimer Wasser in greifbare Nähe stehen zu haben. Und auch Fahrzeuge sind nicht auf trockenem Gas zu parken, da Katalysatoren zum Brandverursacher werden können.

All das bereite Koepp derzeit weniger Kopfschmerzen. "Es sind vielmehr die Zweibeiner, die Freude am Zündeln haben." Vor einer Woche ist alles noch relativ glimpflich abgegangen. Doch wenige Meter weiter hätte die Feuerwehr nur vom Weg aus löschen können, denn das Areal gilt noch als munitionsbelastet. In diesem Zusammenhang spricht Koepp den Blauröcken ein großes Kompliment aus. Ihre Einsatzbereitschaft war top. Und auch das sollte nicht unerwähnt bleiben: Die Stadt hält ständig einen Waldbrandpflug vor, der vom Einsatzleiter der Feuerwehr zu jeder Zeit und Stunde angefordert werden kann, um ein Übergreifen von Bodenfeuer zu verhindern. So auch zu dem Brand auf dem ehemaligen Schießplatz. Rund ein Kilometer Wundstreifen wurden hier gezogen.

Problematische könnte es aber werden, "wenn wir keine Leitstelle mehr in der Prignitz haben". Mangelnde Ortskenntnis, Doppelungen von Gemarkungsnamen könnten sich da unter Umständen verhängnisvoll auswirken. Und auch der Stellenabbau bei der Forst wirft gewaltigen Schatten voraus. Um die 5000 Hektar und damit doppelt zu groß wie jetzt ist dann ein Revierforst. Im Falle eines Waldbrandes ist die Landesforstverwaltung verpflichtet, die Brandwache bis zum Eintreffen des Wald eigentümers abzusichern. Für jenen kann das ein teures Unterfangen werden.

Mit Blick auf den Perleberger Forst, so wird dieser in die Gefahrenklasse A, sprich die höchste eingestuft. Der Grund ist der hohe Kiefernanteil. Von den rund 1700 Hektar Stadtforst sind 89 Prozent Kiefernwald. "Wir haben in den letzten Jahren aber auch viel in Sachen Brandschutz getan", betont der Stadtförster. Zwei zusätzliche Brunnen wurden gebohrt und das sogenannte taktische Wegenetz auf knapp sieben Kilometer befestigt. "In diesem Jahr kommen noch mal 3,5 Kilometer hinzu", fügt Stefan Koepp an. Für 2011 sei geplant, den Feuerlöschteich am Groß Breeser Weg zu sanieren, um wieder eine vernünftige Wassertiefe zu erreichen. Der Teich wird durch Grundwasser gespeist, ist aber in den letzten Jahren stark versandet.

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