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23. Februar 2010, 09:36 Uhr

Rostock/Rostock/Rostock/Rostock/Rostock | MV: So viele Freitode waren es 2008
Das Land Mecklenburg-Vorpommern legt für 2008 folgende Statistik über die Anzahl vorsätzlicher Selbstschädigung mit Todesfolge vor: Rostock – 23, Parchim – 14, Ludwigslust – 14, Ostvorpommern – 13, Nordwestmecklenburg – zwölf, Schwerin – zwölf, Bad Doberan – elf, Güstrow – elf, Neubrandenburg – elf, Mecklenburg-Strelitz – elf, Rügen – zehn, Müritz – zehn. Dies sind die tatsächlichen Zahlen. Die Suizidrate berechnet sich hingegen aus dem Verhältnis der Suizide zu je Hunderttausend Einwohnern.

Hilfe bietet zuerst
der Arzt des VertrauensRostock Sollte ein Betroffener unter Suizidgedanken oder Depressionen leiden, sollte der Arzt des Vertrauens konsultiert werden. Gegebenenfalls führt der weitere Weg dann zu einem ambulanten Nervenarzt. Nur in akuten Fällen ist die direkte Einweisung in die Klinik erforderlich. Zusammen mit dem Therapeuten werden neue Perspektiven aufgebaut. Zunächst ist dabei die Einbindung in soziale Netzwerke wichtig. Begegnungsstätten oder betreute Wohnformen sind mögliche Lösungen.

Gewalttaten in MV:
Das sagt die StatistikRostock Die Statistik des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern gibt Auskunft über die in den Jahren 2007 und 2008 an den Gerichten des Landes gefällten Urteile. Dabei sind in der Kategorie Mord für beide Jahre insgesamt vier Fälle verzeichnet. 2007 wurde in 13 Verfahren das Urteil Totschlag gefällt, nur dreimal 2008. Wegen sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung gab es 2007 insgesamt 130 Verurteilungen, 2008 waren es 104. In MV sind wegen gefährlicher Körperverletzung und Misshandlung Schutzbefohlener 2007 insgesamt 2071 Menschen verurteilt worden, ein Jahr später waren es 1793. Diese Zahlen umfassen die aufgeklärten und zu einem Urteil gebrachten Gewaltverbrechen. Die Rechtsmedizin ist an der Aufklärung beteiligt. Gutachten helfen, das Strafmaß festzulegen.

Der juristische Unterschied
Der Paragraf 211 des Strafgesetzbuches (StGB) listet die Merkmale eines Mordes auf. Demnach handelt der Täter aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder aus niederen Beweggründen wie zum Beispiel Rache. Ein Mörder geht heimtückisch, grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln vor. Heimtücke schließt unter anderem ein, jemanden im Schlaf, von hinten oder in einer Situation zu attackieren, in der das Opfer keine Gefahr auf sein Leben befürchten muss. Mitunter dient der Akt auch dazu, eine andere Straftat zu ermöglichen, beispielsweise jemanden in der Bank zu erschießen, oder zu verdecken, indem zum Beispiel die vergewaltigte Frau erwürgt wird. Trifft keines der Merkmale zu, wird nach Paragraf 212 StGB wegen Totschlags verurteilt.

Jeder zehnte Versuch
endet tödlichRostock Jeder zehnte Suizidversuch endet tödlich. Selbstmord ist die zweithäufigste Todesursache bei 15- bis 35-Jährigen. In dieser Altersgruppe gibt es statistisch die meisten Suizidversuche. Die Zahl der vollendeten Suizide steigt mit den Lebensjahren. Statistisch liegt die Zahl der Frauen, die versuchen, sich das Leben zu nehmen, höher als die der Männer. Das hängt mit der geschlechterspezifischen Wahl von harten oder weichen Methoden zusammen. Bei Männern endet der Versuch häufiger mit dem Tod. iane


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