Hintergrund: Die sozialen Dienste der Justiz

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09. September 2010, 07:45 Uhr

- Die Sozialen Dienste der Justiz (SDJ) arbeiten seit 2005 als eigenständige Organisation des Justizministeriums. An allen vier Landgerichtsbezirken – Neubrandenburg, Rostock, Stralsund und Schwerin – bestehen Dienstsitze mit Außenstellen in kleineren Orten. Alle Gerichts- und Bewährungshelfer sind Landesbedienstete.

- Für die Zahl der Probanten pro Gerichts- und Bewährungshelfer wird von Betreuungsschlüssel gesprochen: Er liegt nach Auskunft des Ministeriums bei 1 zu 61,5. Vor fünf Jahren betrug das Verhältnis noch 1 zu 91,2. Dann wurden ab 2007 entsprechend dem Koalitionsvertrag 16 neue Stellen geschaffen, so dass es derzeit 79 gibt. In der Regionalstelle Schwerin eine Stelle unbesetzt.

- Ein Punktsystem dient dazu, die Belastung der SDJ-Mitarbeiter zu ermitteln. Je intensiver der Hilfsbedarf für den Probanten und je häufiger die Kontakte, desto höher der Punktwert. Nach der „Eingangsphase“, in der 14-tägige Treffen vorgeschrieben sind (= 4 Punkte pro Nase), werden die Probanten einer Betreuungsstufe zugeteilt, die sich durch festgelegten Kontakt-Rhythmus unterscheidet: Intensiv-Intervention (alle 14 Tage = 4 Punkte), Standard-Intervention (zwischen vier und sechs Wochen = 2 Punkte) und formelle Intervention (Abstände bis zu drei Monate = 1 Punkt). „Der durchschnittliche Belastungsindex eines Bewährungshelfers liegt in einer Größenordnung um 120 Punkte“, heißt es im Justizministerium.

- In zweijähriger Fortbildung haben sich Bewährungshelferinnen und -helfer auf die Arbeit mit Sexualstraftätern spezialisiert, die Qualifikation für Gewaltstraftäter ist im Gange.

- Eine spezielle Form der Kontrolle ist die Führungsaufsicht. Die Führungsaufsichtsstelle überwacht im Einvernehmen mit dem Gericht und mit Unterstützung des Bewährungshelfers das Verhalten der verurteilten Person und die Erfüllung der Weisungen. Dazu kann die Führungsaufsichtsstelle von sämtlichen öffentlichen Behörden Auskünfte einholen. Sie kann Ermittlungen anstellen oder durch andere Behörden im Rahmen ihrer Zuständigkeit vornehmen lassen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde im April dieses Jahres für besonders rückfallgefährdete Sexual- und Gewaltstraftäter das Überwachungssystem „FoKuS“ (Für optimierte Kontrolle und Sicherheit) eingerichtet, in das kanpp 30 entlassene Strafgefangene einbezogen sind. Das Überwachungssystem bedeutet: Führungsaufsichtsbeschluss und Weisungen werden dem Landeskriminalamt übermittelt. Mit der Entlassung werden die örtlichen Polizeidienststellen unverzüglich bereits aus dem Strafvollzug heraus informiert und arbeiten eng mit den zuständigen Bewährungshelfern zusammen.

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