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„Seenlandkunst“ im Krummen Haus Bützow : Hinter die Fassade geschaut

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Auf einer Leinwand ein Sammelsurium von Kronkorken. Gestern hängte der 33-jährige Maler Nils Rackwitz im Krummen Haus Bützow seine Bilder für die Ausstellungsreihe "Seenlandkunst" auf.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2011 | 11:19 Uhr

Auf einer großen Leinwand ein gemaltes Sammelsurium von Kronkorken - alt, zerquetscht und verrostet. Auf dem Bild daneben der gruselige Gevatter Tod, wie er über einer nächtlichen Stadt seine knochigen Finger in einen Schornstein bohrt - um nach seinem nächsten Opfer zu greifen. Eine zerquetschte Dose im Riesenformat, unweit davon kreuz und quer liegende Fische in einer Schale. Vielleicht Heringe? "Kann sein, die hatte jemand mitgebracht", sagt Nils Rackwitz.

Gestern hängte der 33-jährige Maler und Grafiker im Krummen Haus Bützow seine Bilder für die Ausstellungsreihe "Seenlandkunst" auf. Die Exposition wird am Mittwoch, dem 6. Juli, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet, die von Livemusik begleitet wird und zu der alle Kunstliebhaber herzlich eingeladen sind. "Das Jahr drei", hat der aus Westfalen stammende und seit zwei Jahren in Eickelberg lebende Künstler seine Ausstellung genannt. "Drei Jahre Malerei, zwei Jahre in Mecklenburg, ein Jahr Malen in Acryl", erläutert der junge Maler seinen Werdegang. In unsere Region sei er durch seinen Bruder Florian Rackwitz gekommen, der seit ein paar Jahren Revierförster in Eickelberg ist. Es gefalle ihm hier, sagt er.

Aufmerksam hat der Maler seine Wahlheimat erkundet, wie viele seiner Bilder verraten: Er hat die Wasserstrudel an der Fischtreppe Eickhof ebenso gemalt wie Bäume und Baumrinden.

Er zeigt einen zerrissenen Menschen in tiefer Nacht und wirft damit einen Blick hinter die Fassade des Lebens. Wie ein Kontrastprogramm wirken dazu die beiden Porträts junger, hübscher Frauen. Es wird eine interessante Ausstellung, so viel sei hier schon verraten.

Nein, die vielen Flaschen Bier habe er nicht selbst getrunken, so Nils Rackwitz. "Ich mag gern Verwittertes und Verrostetes", sagt der Maler. Deshalb hebt er einen breit gefahrenen Kronkorken schon mal von der Straße auf - und bringt ihn auf die Leinwand.

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