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Ratgeber: Suchtberater geben Antworten zum Thema Drogen : Hilfe, mein Kind kifft

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Mein Enkel sagte mir, dass er oft kifft. Er lebt bei meinem Sohn, der kümmert sich aber nicht um das Drogenproblem, weil er Stress befürchtet. Soll ich meinen Sohn bitten, mehr Aktivität zu zeigen?

svz.de von
erstellt am 24.Jun.2011 | 12:46 Uhr

Mein Enkel (15) sagte mir, dass er oft kifft. Er lebt bei meinem Sohn, der kümmert sich aber nicht um das Drogenproblem, weil er Stress befürchtet. Soll ich meinen Sohn bitten, mehr Aktivität zu zeigen?

Auf jeden Fall. Er steht als Vater eines minderjährigen Kindes in der Verantwortung. Kinder gibt man nicht auf, nur

weil man Stress befürchtet. Selbst wenn sein Einschreiten jetzt nicht gleich zum Erfolg führt, der Junge wird sich später erinnern, was der Vater in dieser Situation getan hat, um ihm zu helfen.

Können Joints abhängig machen?

Regelmäßig starker Konsum von Cannabisprodukten wie Marihuana, Gras oder Haschisch, kann eine psychische Abhängigkeit erzeugen. Ohne die Drogen haben dann viele ein Gefühl von Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen oder Unruhe. Vegetative Symptome wie Schlafstörungen und Appetitmangel sind ebenfalls möglich. Allerdings ist nur ein Teil der Joint-Raucher davon betroffen.

Mein Bruder raucht öfter mal einen Joint. Mir gefällt das nicht, aber ich will ihm deshalb auch keine Vorhaltungen machen. Haben Sie einen Tipp, wie ich mich verhalten könnte?

Sagen Sie ihm ehrlich, dass Sie es nicht gut finden, wenn er einen Joint raucht. Sagen Sie ihm auch, warum. Sie können

ihn ebenso fragen, warum er das tut. Sprechen Sie über seine Lebenssituation. Will er mit dem Joint aus dem Alltag

fliehen? Oder will er einfach Entspannung finden? Vielleicht finden Sie zusammen andere Möglichkeiten, abzuschalten.

Mein Neffe ist drogenabhängig und meine Schwester ist mit diesem Problem überfordert. Wie kann ich ihr helfen?

Vielleicht können Sie Ihre Schwester überzeugen, sich von Fachleuten beraten zu lassen, damit sie mit dem Problem besser zurechtkommt. Unterstützung findet sie bei Suchtberatungsstellen, die fast immer auch Angehörige beraten. Schauen Sie im Telefonbuch oder im Internet, zum Beispiel unter www.dajeb.de nach ortsnahen Beratungsstellen.

Mein Sohn (16) hat neulich eine Zigarette geraucht, die sehr eigenartig gerochen hat. Ich denke, es war Marihuana. Soll ich ihn fragen?

Ja, sprechen Sie über Ihre Vermutung. Steigen Sie aber nicht gleich mit Vorwürfen in das Gespräch ein, auch verhör artige Gesprächstaktiken sind ungeeignet. Da ziehen sich die Jugendlichen eher zurück. Sorgen Sie für ein offenes Gesprächsklima, reden Sie mit ihm auf Augenhöhe. Benennen Sie ganz sachlich Ihre Ängste. Lassen Sie ihm Zeit, sich dazu zu äußern.

Neulich teilte mir mein Sohn (14) mit, dass er Hasch geraucht hat. Ich fiel aus allen Wolken und lebe nun in der Angst, dass er das öfter macht. Wie reagiert man am besten?

Auf keinen Fall sollte man in Panik verfallen. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Jugendliche Drogen ausprobieren. Das heißt nicht unbedingt, dass sie Drogen nehmen, weil sie Probleme haben. Sie sind eher neugierig und wollen etwas Neues testen. Sprechen Sie in aller Ruhe mit ihm darüber, sagen Sie, dass Sie sich Sorgen machen und weisen Sie auf die möglichen Folgen des Drogengebrauchs hin.

Ich glaube, mein Enkel (27) raucht heimlich Haschisch. Er leugnet das aber. Wie kann ich ihm das nachweisen?

Ihr Enkel ist erwachsen. Er kann tun und lassen, was er will und ist Ihnen keine Rechenschaft schuldig. Wenn Sie wissen wollen, ob er Haschisch konsumiert, können Sie ihn fragen. Ob er Ihnen aber ehrlich antwortet, ist allein seine Entscheidung.

Mein Sohn (16) kifft mindestens einmal am Tag, wahrscheinlich sogar öfter. Man kann mit ihm nicht darüber reden. Er wirkt wie abwesend. Was soll ich tun?

Sie müssen handeln. Sie können auf einen Beratungstermin bei einer psychosozialen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche bestehen. Dort bekommen Sie fachkundige Hilfe. Wenn er partout nicht mitkommen will, können Sie auch erst einmal allein gehen.

Mein Sohn ist 26 und wohnt noch zu Hause. Er kifft täglich, sagt aber, dass er aufhören möchte. Wo findet er Hilfe?

Wohnortnahe Suchtberatungsstellen findet er im örtlichen Telefonbuch oder im Internet unter www.bzga.de. Auch der Hausarzt hilft bei Bedarf weiter. Außerdem hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.quit-the-shit.net ein Reduktions- und Ausstiegsprogramm ins Netz gestellt. Die Nutzer werden über das Internet kostenlos 50 Tage beim Ausstieg begleitet.

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