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Klinken, Raduhn und Garwitz : Hilfe für die Orgeln am Lewitzrand

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Am Lewitzrand soll häufiger Orgelmusik das kulturelle Spektrum bereichern. Dafür macht sich ein Förderverein stark. Er hat sich die Pflege und Restaurierung der Instrumente auf die Fahnen geschrieben.

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erstellt am 23.Mär.2011 | 11:13 Uhr

Am Lewitzrand soll künftig häufiger Orgelmusik das kulturelle Spektrum bereichern. Dafür macht sich ein neu gegründeter Förderverein stark. Er hat sich die Pflege und Restaurierung der Instrumente in den Kirchen Klinken, Raduhn und Garwitz sowie ihre vielfältige Nutzung auf die Fahnen geschrieben. Erbaut wurden diese Kleinode von Johann Heinrich Runge. Am 1. April jährt sich der Geburtstag des Orgelbaumeisters, der 1841 in Hagenow eine Werkstatt gründete, zum 200. Mal. Sein Meisterstück, erschaffen vor 170 Jahren, befindet sich seit 1845 in der Klinkener Kirche. 1854 baute er eine Orgel für die Garwitzer, zwischen 1857 und 1859 eine weitere für die Raduhner Kirche.

"Drei liebevoll gestaltete kleine Instrumente", schwärmt Pastorin Gudrun Doege-Klein und streicht andächtig über das klassizistische Gehäuse der Königin mit dem Zimbelstern in der Klinkener Kirche. Auch Sabine Zettler hatte die "Lewitzrandorgeln" von der ersten Begegnung an in ihr Herz geschlossen. Die Musikpädagogin wohnt erst seit wenigen Wochen in Garwitz und wird künftig in dem vom Kirchenkreis Parchim initiierten Projekt "Kirchenmusik im ländlichen Raum" u. a. für die Gemeinde Klinken tätig sein. Sabine Zettler war es schließlich, die entdeckte, dass in der "tot geglaubten alten Dame" in der Klinkener Kirche noch jede Menge Leben steckt, auch wenn sich die Orgel in diesen Tagen noch recht verstimmt gibt und nicht zu übersehen ist, dass Holzwürmer jahrzehntelang ganze Arbeit geleistet haben. Versöhnlich stimmte ebenfalls der erste Versuch der Kirchenmusikerin, der Königin im Raduhner Gotteshaus einige Töne zu entlocken, nachdem diese seit mehr als 20 Jahren geschwiegen haben muss und das Instrument zu allem Unglück bei der Restaurierung der Kirche nicht fachgerecht abgedeckt wurde. Die Dritte im Bunde, die Orgel in Garwitz, ist derzeit nicht bespielbar, weil sie sogenannte Liegetöne hat. Auch das zu ändern, dafür ist vor wenigen Tagen von 13 Gründungsmitgliedern der Förderverein "Lewitzrandorgeln" aus der Taufe gehoben worden. "Wir sehen darin eine gute Möglichkeit, im Bereich der Kommune Lewitzrand eine gemeinsame Initiative zu haben, die in kultureller Hinsicht mit ganz vielen tollen Ideen in die Gemeinde hineinwirkt", hat Pastorin Gudrun Doege-Klein als stellvertretende Vereinsvorsitzende "ein gutes Gefühl, dass sich was bewegen kann." Als Schatzmeisterin möchte Sabine Zettler ihre positive Energie in die Vorstandsarbeit einfließen lassen. Mit dem Erlös einer vor Jahren durchgeführten Sammlung gibt es sogar schon einen kleinen finanziellen Grundstock für die ins Auge gefasste Restaurierung der Klinkener Orgel. Die zu erwartenden Kosten allein für die Rettung von Runges Meisterstück wurden bereits 2008 von Experten mit rund 41 400 Euro beziffert.

"Wir wollen jetzt einfach loslegen", sprüht Fördervereinsvorsitzende Elfriede Schulze regelrecht voller Tatendrang. Die Klinkenerin ist seit fast 20 Jahren am Lewitzrand zuhause, nachdem private Umstände sie 1992 in dieses Dorf verschlugen. "Ich habe mich hier sofort wohl und gut aufgenommen gefühlt", gesteht die naturverbundene Frau. Für sie gibt es nichts Schöneres, als mit dem Rad durch die Lewitz zu radeln und die Gedanken schweifen zu lassen. Die Vorstellung von einem Musiksommer, in dem gleich drei Lewitzrand-Orgeln endlich wieder ihre Klangfarben entfalten dürfen, geht ihr dabei schon lange nicht mehr aus dem Kopf.

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