Heute fließt der erste Strom

Für Peter Dethloff,Geschäftsführer der Bützower Wärme GmbH, ist heute ein besonderer Tag. Zum ersten Mal wird Strom, aus Biomasse erzeugt, in das Netz der Wemag eingespeist. Die ersten zwei der vier Biogasanlagen von Bützow gehen ans Netz.

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22. April 2008, 06:28 Uhr

Markus Walzthöni kommt gerade aus Kanada, sein Kollege René Gankhauser aus Singapur. Seit Montag überprüften die beiden Service-Techniker aus Österreich die Gasmotoren der vier Biogasanlagen. Die Motoren wurden die in Tirol hergestellt. „Generatoren wandeln die produzierte Bioenergie in Strom um“, erklärt Walzthöni. Außerdem gibt das Kühlsystem Wärme ab, die im benachbarten Heizwerk u.a. für die Fernwärme verarbeitet wird. Die Gasmotoren erzielen einen Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent, erklärt der 22-jährige Österreicher. Das heißt, nur 15 Prozent der in den vier Biogasanlagen produzierten Energie gehen verloren.

Zwei der vier Anlagen speisen ab heute, 13 Uhr, Strom ins öffentliche Netz der Wemag ein. 500 Kilowatt pro Stunde. Dafür werden die Fermenter jetzt täglich mit 8000 Tonnen Mais und 24 Tonnen Gülle gefüllt. „Die Maissilage holen wir aus einem Silo im Vierburgweg“, erklärt der angehende Umwelttechniker Jens Dethloff. Erst am gestrigen Dienstag wurde das Mais-Silo direkt hinter den Anlagen fertig. „Es reicht für etwa ein Drittel der benötigten Maismenge im Jahr“, erklärt Dethloff. Auch die Anlagen drei und vier sind angefahren, gehen in zwei, drei Wochen ans Netz.

Immer wieder verzögerte sich in den zurückliegenden Monaten der Bau. Zum einen lag das am Wetter, aber auch an zusätzlichen Umweltauflagen. So werden zum Beispiel sämtliche Abgase in einem geschlossenen System über ein spezielles Verfahren aus Lavagestein und Rindenmulch gereinigt. Die vier Behälter, in denen die Gärreste lagern, sind gasdicht abgeschlossen.

Im Juni vergangenen Jahres erfolgte der erste Spatenstich für die rund 8,5 Millionen Euro teure Investition der Biostrom und Energiesysteme GmbH & Co KG mit Sitz in Vechta. Die Bützower Wärme GmbH ist Betreiber der vier Anlagen und bezieht künftig 25 Prozent der benötigten Energie daraus. Dadurch spart das Heizwerk Gas, Öl und Steinkohle ein, verringert zugleich den Kohlendioxid-Ausstoß um 10 000 Tonnen jährlich.

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