Herrin der Schaltzentrale

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12. Juni 2008, 05:34 Uhr

Lübz - Wenn für die Lübzer Schleusenwärterin Petra Stier um 9 Uhr der Arbeitstag beginnt, dann warten schon die ersten Boote darauf, dass sich die großen Tore öffnen, um ihre Weiterfahrt über den Plauer See bis hin zur Müritz fortzusetzen. Um 20 Uhr ist dann Feierabend für die Lübzerin, die für jede Bootsbesatzung immer ein freundliches Wort bereit hält, während sie ihnen den Anlegeplatz in der Schleusenkammer zuweist.

In der Hochsaison gehen pro Tag 35 Mal die Tore auf

Seit dem 1. April läuft die Saison, im November endet sie. „Die erste Schleusung in diesem Jahr nutzten die Charterboote der Marina, die aus dem Winterlager zu ihren Liegeplätzen gesteuert wurden“, erinnert sich Petra Stier, die seit 21 Jahren an den Schaltpulten der Schleuse steht.

In der Hochsaison muss sich diese täglich etwa 35 Mal öffnen. In der Vor- und Nachsaison hingegen 15 bis 20 Mal. Seit dem 1. April haben etwa 1500 Boote das Bauwerk in beiden Richtungen passiert, schätzt die blonde Frau. Und es waren nicht nur einheimische Wasserwanderer. „Es gibt oft Verständigungsschwierigkeiten. Unsere Schleuse durchfahren Skandinavier, Holländer, ja sogar Italiener, Engländer und Schweizer. Das ist doch das Zeichen, dass unsere Region ein echtes Urlaubsparadies geworden ist“, hebt Petra Stier hervor.

Elke und Wolfgang Normann aus Duisburg wollen zum zweiten Mal zur Müritz fahren. Die Westfalen ist bereits dreieinhalb Wochen mit dem kleinen Kajütboot unterwegs. „14 Tage wollen wir noch fahren, dann beenden wir unsere Rundreise, die uns über viele Flussläufe und Gewässer geführt hat“, berichtet Wolfgang Normann, der auch bei passendem Wind das Segel setzte, um Kraftstoff zu sparen.
Neben seinem Boot haben an diesem Morgen die Schweriner Ingrid und Dietrich Wegner angelegt. „Wir sind schon seit den 80er Jahren auf diesem Wasser unterwegs und finden dabei immer wieder Erholung und viel Spaß“, schwärmt der Landeshauptstädter, der mit der Lübzer Schleusenwärterin sehr gut bekannt ist. Für Petra Stier ist es eine Selbstverständlichkeit, jede Besatzung bei der Schleusung herzlich zu begrüßen.

„Die Einfahrt in die Schleuse ist nur gestattet, wenn die Ampel auf Grün steht“, ruft sie dann bei der Schleusung eines Charterbootes aus Matzlow-Garwitz lautstark.
Das begreift die Besatzung dann sehr schnell und bringt das Boot zum Stehen. „Das passiert manchmal, wenn auch selten“, lächelt die Schleusenwärterin. Ihre Arbeit als Schleusenwärterin an der Luft und in der Sommersonne mache ihr großen Spaß und vor allem freue sie sich, bekannte Gesichter auf dem Wasser in Lübz wieder begrüßen zu können.

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