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Tierfreunde aus der Lewitzrand-Region : Herrenlos, aber nicht ohne Schutz

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Neun Tierfreunde aus der Lewitzrand-Region haben sich jetzt zusammengefunden, um ihre Kräfte im Kampf gegen das Katzenelend zu bündeln: Sie gründeten einen Verein zum Schutz herrenloser Katzen.

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erstellt am 08.Mär.2011 | 11:30 Uhr

Neun Tierfreunde aus der Lewitzrand-Region haben sich jetzt ganz offiziell zusammengefunden, um ihre Kräfte im Kampf gegen das Katzenelend zu bündeln: Sie gründeten einen Verein zum Schutz herrenloser Katzen. Den Stein brachte Monika Schröder ins Rollen. Die Garwitzerin engagiert sich seit langem auf selbstlose Weise, um Samtpfoten, die sich ihr Leben im Freien nicht freiwillig ausgesucht haben, das Dasein zu erleichtern, indem sie sie mit Nahrung versorgt. Vor allem aber sollen so viele Streuner wie möglich durch Kastration davor bewahrt werden, dass sie ungewollten Nachwuchs in die Welt setzen.

Gemeinsam mit einer guten Nachbarin, Margret Bauer, betreut Monika Schröder derzeit zwei Stellen in Raduhn und Damm. Allein hier sichern die beiden Frauen insgesamt ca. 20 Samtpfoten das Überleben, weil sie die Futternäpfe regelmäßig mit Nahrung füllen. Um verlassene Vierbeiner vor dem erbärmlichen Verrecken durch Hunger, Kälte, Krankheiten oder gewalttätige Übergriffe von Tierquälern zu retten, nahmen die beiden Garwitzerinnen schon ganz andere Wege auf sich: Fast fünf Jahre lang fuhren sie beispielsweise zweimal die Woche auf eigene Kosten sogar bis ins 50 Kilometer entfernte Peeschen. Monika Schröder und Margret Bauer gehörten damals zu einer Gruppe von Tierfreunden, die sich um die zurückgelassenen Katzen kümmerten, nachdem dort eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber geschlossen wurde und die Bewohner die Tiere nicht mitnehmen konnten. Anfangs waren es über 30 Katzen, später pegelte sich der Bestand auf ca. 15 Tiere ein. Der ehrenamtliche Einsatz galt als beendet, nachdem für alle Samtpfoten, die es gelang einzufangen, ein Obdach gefunden wurde, auch wenn es meist in einem Tierheim war.

Damals wie heute knapsen die Tierfreunde Sprit- , Futter- und Tierarztkosten in Größenordnungen von ihrem privaten Haushaltsbudget ab. Margret Bauer, die derzeit noch fünf nach und nach "aufgelesenen" Katzen auf ihrem Grundstück ein liebevolles Zuhause mit reichlich Auslauf gibt, hat ihre persönlichen Ansprüche komplett darauf ausgerichtet, dass sie "ihre" herrenlosen Katzen auch in Zukunft versorgen kann: "Ich lebe bescheiden", gesteht sie. Sonnabends darf sie bei einer den Tieren wohlgesonnenen Familie in Raduhn klingeln und sich eine Packung Trockenfutter abholen. Auch andere Bewohner am Lewitzrand spenden, teilweise sogar regelmäßig, Futter oder "füttern" die Spardose in der Raduhner Verkaufsstelle. "Solche Gesten sind eine große Motivation", gesteht Margret Bauer, die sich seit etwa zehn Jahren ununterbrochen auf dem Gebiet des Tierschutzes engagiert. Ihr erster "Brennpunkt", an dem sie mit zum Einsatz kam, war damals die Parchimer Innenstadt. Dort erlebte sie allerdings auch den schlimmsten Rückschlag: Nachdem die Parchimer Tierschutzinitiative dafür gesorgt hatte, dass alle in diesem Areal freilebenden Samtpfoten kastriert wurden, legten Katzenhasser im Frühjahr 2004 eine Giftspur. Ca. 14 Tiere verendeten qualvoll.

"Mit einem Verein das Recht und die Hilfe auf unserer Seite"

Heute scheinen Mitbürger zwar stärker dafür sensibilisiert zu sein, dass Katzen durch menschliches Verhalten zum Leben im Freien und zur unkontrollierten Vermehrung verdammt werden. Doch wenn es darum geht, diesen Tieren ein würdevolles Dasein zu ermöglichen, finden sich noch zu wenige Personen dazu bereit. Und diese drohen mittlerweile an der ausweglosen Situation zu verzweifeln, wie das Beispiel der Tierschutzinitiative in der Kreisstadt zeigt (SVZ berichtete). Verzweifeln könnte auch Monika Schröder, doch ans Aufgeben denkt die resolute Frau nicht: Mit "Zittern und Zagen" warb sie in ihrem Wohnumfeld für die schon seit langem von ihr ins Auge gefasste Alternative, einen Verein zu gründen. "Damit haben wir das Recht und die Hilfe auf unserer Seite und es ist eine Chance, auf mehr offene Ohren zu stoßen."

In nicht einmal vier Wochen fand sie acht Verbündete aus Garwitz, Matzlow, Klinken und Raduhn, die sich bereit erklärten, einem Verein zum Schutz herrenloser Katzen beizutreten. Darunter selbstverständlich Margret Bauer. Auch Daniela Fischer aus Garwitz erklärte sich ohne Umschweife zur Mitarbeit bereit. "Aus Mitgefühl und Tierliebe", wie sie sagt. Im vergangenen Jahr sah sich die Garwitzerin wie aus heiterem Himmel mit 15 herrenlosen Katzen konfrontiert. Daniela Fischer ließ nicht eher locker, bis sie für jedes einzelne Tier ein neues Zuhause gefunden hatte. Gudrun Hagen, ebenfalls in Garwitz zu Hause, fühlte sich sofort persönlich angesprochen, als sie in der Parchimer Zeitung die Nachricht von der stattfindenden Gründungsveranstaltung las. "Ich liebe Tiere und Tierliebe bedeutet für mich auch, Verantwortung zu übernehmen", sagt Gudrun Hagen, jetzt stellvertretende Vereinsvorsitzende. Den Vorsitz übernahm Monika Schröder, die Finanzen überwacht ihr Mann Karl Schröder und als Schriftführerin gehört Silke Weber aus Matzlow dem Vorstand an.

Durch Kastration unkontrollierte Vermehrung eindämmen

Der Verein macht es sich zum Anliegen, herrenlose Katzen an bestimmten Orten mit Futter zu versorgen, kranke Tiere zum Tierarzt zu bringen und die unkontrollierte Vermehrung durch Kastration einzudämmen. Außerdem möchte er Streuner, die sich noch an menschliche Gesellschaft gewöhnen können, kostenlos in gute Hände vermitteln. Ausdrücklich wird jedoch klar gestellt, dass der Verein keine ungewollten Babys von Hauskatzen aufnehmen kann und wird.

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