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Freest/Greifswald: 28 Kutter ausgelaufen : Heringssaison beginnt

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Für die Küstenfischer an den vorpommerschen Boddengewässern ist die Heringssaison in vollem Gange. In der Fischereigenossenschaft Freest sind gestern erstmals alle 28 Kutter zum Heringsfang ausgelaufen.

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2011 | 12:30 Uhr

Für die Küstenfischer an den vorpommerschen Boddengewässern ist die Heringssaison in vollem Gange. In der Fischereigenossenschaft Freest sind gestern erstmals alle 28 Kutter zum Heringsfang ausgelaufen. Die ersten Testfänge am Wochenende hätten außergewöhnlich gute Anlandungen gebracht, sagte der Chef der Freester Fischereigenossenschaft, Michael Schütt.

Am Donnerstag startet im Fischereihafen Freest ein Video-Überwachungsprojekt, um den Beifang zu reduzieren, wie der Umweltverband WWF mitteilte. Das Pilotprojekt wird vom WWF, dem Institut für Ostseefischerei und den Fischern getragen. Elektronische Augen an Bord von drei Kuttern sollen dabei nicht nur den Beifang von Meeressäugern, sondern auch von Seevögeln genau dokumentieren. Einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Naturschutz zufolge stellen die Stellnetze ein hohes Risiko für Eis- und Berg-enten sowie Stern- oder Haubentaucher dar, weil sie sich beim Tauchen verfangen können. Den Untersuchungen zufolge verenden pro Jahr mindestens 17 000 bis 20 000 Vögel in den Netzen der Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern. Das Bundesamt plädiert deshalb für alternative Fangmethoden wie Fischfallen.

Die Fischer rechnen in diesem Jahr mit einer sehr kurzen Heringsfangsaison. Wegen der gekürzten Fangmengen werde die Quote voraussichtlich bereits am 20. April abgefischt sein. Die Fischer wollen in den nächsten Wochen deshalb den Hering mit reifem Rogen fangen, weil sich damit höhere Preise erzielen ließen. Bisher hatten nur einige Fischer Hering für die Direktvermarktung angelandet.

Auch in Greifswald-Wieck wurden gestern die Stellnetze für den "reifen" Hering gesetzt. Dieser von den Fischern in Freest und Greifswald angelandete Hering geht an die Skagerrak Group in Dänemark, die den Rogen als Spezialität für Japan aufbereitet. Die Fischer sind mit den Fängen sehr zufrieden.

Auch die Forscher des Insitituts für Ostseefischerei sehen inzwischen erste positive Anzeichen bei der Bestandsentwicklung. "Diese Entwicklung ist auf den deutlich gesunkenen Fischereidruck zurückzuführen", sagte Christopher Zimmermann, Fischereibiologe des Instituts.

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