Heizöl bestellen? Fünf Wochen warten!

Krise an den Rohstoff-märkten, Lichtblick bei Autofahrern und Heizölkunden: Die Rezessionsängste in der Wirtschaft haben die Ölpreise gestern zum vierten Mal in Folge sinken lassen und in MV einen Run auf Heizöl ausgelöst. Auch Benzin und Diesel sind so billig wie seit Wochen nicht.

svz.de von
16. Oktober 2008, 08:11 Uhr

Schwerin - Die 40 Händler in MV wissen nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht: Die Kunden ordern für ihre 75 000 Ölheizungsanlagen eine Tankfüllung nach der anderen, so dass die Händler mit den Auslieferungen nicht mehr hinterher. Käufer müssen zwischen zehn Tagen und fünf Wochen auf ihr Öl warten, erklärte Uwe Cassens vom Verband des Brennstoffhandler. „Der Preisrückgang hat die Kunden mobil gemacht.“ Im September sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26 Prozent gestiegen, teilte Karin Retzlaff vom Mineralölwirtschaftsverband mit. Der Bedarf ist groß: Die Preisralley zu Jahresbeginn hatte bei den Kunden Zurückhaltung ausgelöst und den Füllstand der Ölheizungen auf den bisher niedrigsten Stand fallen lassen.

Benzin, Diesel, Heizöl – Treibstoffe sind derzeit so günstig wie seit Monaten nicht mehr. Im Vergleich zu den Höchstständen Mitte des Jahres lassen sich derzeit bei einer Heizöllieferung schon mal mehr als 600 Euro sparen, meinte Retzlaff. Grund sind heftige Preisrückgänge an den Rohstoffmärkten.

Der erwartete Wirtschaftseinbruch hat die Nachfrage sinken lasssen. Ein Liter Diesel für 1,20 Euro in Rostock, 1,29 Euro für einen Liter Benzin/Super in Güstrow oder weniger als 70 Euro für 100 Liter Heizöl in Wittenberge: Heizölpreise seien so niedrig wie seit Jahresbeginn nicht mehr, so Cassens. Allein in dieser Woche sei der Literpreis um drei Cent gesunken, sagte Thomas Henke vom Brennstoffhandel Kopsicker in Schwerin.

Der Nachfrageboom hat in Bayern indes sogar schon Diesel knapp werden lassen. Der Umbau einer Raffenerie sorgt dort für Versorgungsprobleme. An mehreren Stationen war der Treibstoff ausverkauft, bestätigte Claudia Braun, Sprecherin des Mineralölkonzerns Aral.


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