Heiße Reifen und kühle Köpfe

Keine Schneereste des Winters, sondern Löschschaum und verkohlte Reifen vom nächtlichen Einsatz auf einem Gelände der Steesower Agrarland GmbH sind  auf diesem Foto zu sehen. Im Hintergrund: Der Stall mit 160 Rindern.
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Keine Schneereste des Winters, sondern Löschschaum und verkohlte Reifen vom nächtlichen Einsatz auf einem Gelände der Steesower Agrarland GmbH sind auf diesem Foto zu sehen. Im Hintergrund: Der Stall mit 160 Rindern.

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06. April 2010, 09:37 Uhr

Malk Göhren | Als die Sirene kurz nach 20 Uhr am Sonntag in Malk Göhren schrillte, da ging alles ganz schnell. Die Ehrenamtlichen der Feuerwehr eilten zum Spritzenhaus, und auch einige Mitarbeiter der Steesower Agrarland GmbH waren fix auf den Beinen - immerhin brannte es doch gerade auf einem ihrer Betriebsgelände.

"Die Flammen und der Rauch waren nicht zu übersehen", sagt Michael Soest, Angestellter der Agrarland GmbH. Was die rund 60 Feuerwehrleute aus acht verschiedenen Wehren mehrere Stunden lang auf Trab hielt, waren Hunderte von Gummireifen, die lichterloh brannten. Brisant: Nur wenige Meter entfernt befanden sich 160 Rinder in einer Stallung. "Diese wurde sofort mit Wasser abgekühlt, damit das Feuer nicht übergreifen konnte", sagt Soest. Heiße Reifen, kühle Köpfe und dazu noch das Glück, dass es fast windstill war: Der Stall und das Vieh blieben unversehrt. Mit Löschschaum bekämpften die Feuerwehrleute die brennenden Gummireifen, die nun ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht werden können. Das ausgediente Material sollte die Planen beschweren, unter denen Tierfutter wie Gras und Mais vor Nässe geschützt werden. Jetzt haben die verkohlten Pkw- und Traktor-Reifen endgültig ausgedient und müssen entsorgt werden.

Wie es zu dem Brand kam, ist derzeit noch unklar. Die Kripo ermittelt. "Brandstiftung schließen wir nicht aus", so ein Polizeisprecher. Auszuschließen ist jedoch, dass es sich um ein Osterfeuer gehandelt hat. Das fand in Malk Göhren einen Abend vorher und rund einen Kilometer entfernt statt - auch mit den Männern von der Freiwilligen Feuerwehr, aber ohne Sirene.

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