Hausärztliche Versorgung gefährdet

Manuela Schwesig
Manuela Schwesig

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13. September 2009, 07:37 Uhr

 Greifswald | Die hausärztliche Versorgung auf dem Lande droht laut Gesundheitsministerin Manuela Schwesig (SPD) ins Wanken zu geraten. Es fehle an Hausärzten, sagte sie am Samstag in Greifswald auf einer Tagung zur Zukunft der Fachärzte. In den kommenden Jahren würden viele weitere Ärzte in den Ruhestand gehen. Die Lage verschärfe sich dadurch, dass der Bedarf an ärztlichen Leistungen wegen der demografischen Entwicklung steige. "Der Anteil älterer und alter Menschen an der Bevölkerung nimmt zu, also nimmt auch der Bedarf an ärztlicher Betreuung zu", sagte Schwesig. Die bisherige Bedarfsplanung reiche nicht mehr aus, um die flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Schwesig rief die Kassenärztliche Vereinigung auf, die Bedarfsplanung der veränderten Situation anzupassen. Ihr Haus und das Bundesverkehrsministerium gingen mit gutem Beispiel voran.

So solle ein Modellprojekt den medizinischen Versorgungsbedarf in einer ländlichen Region am Beispiel des Landkreises Mecklenburg-Strelitz ermitteln. Die Ergebnisse würden dem Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen vorgelegt. Zudem würden die "Agnes"- Krankenschwestern die Hausärzte entlasten, sagte die Ministerin. In Greifswald solle zudem eine Professur für Allgemeinmedizin eingerichtet werden. Schwesig zufolge hat die jüngste Honorarreform den Ärzten in MV ein Plus von 100 Millionen Euro gebracht. Bestrebungen, die Reform wieder zurückzudrehen, lehne sie ab.

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