Haus in Wendorf bei Brand völlig zerstört

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29. Juli 2008, 08:49 Uhr

Wendorf - „Was soll man machen? Sozialleistungen bekommen wir nicht, da muss man arbeiten“, sagt der Vater der Jungen in Wendorf. 900 Kilometer Autofahrt liegen hinter ihm. Er ist die ganze Nacht durchgefahren, um bei seiner Familie zu sein. Der Mann hat einen Job in Bayern.

Als das Feuer am Montag kurz vor 22 Uhr im alten Bauernhaus ausbricht, ist auch seine Frau gerade auf der Arbeit in Wismar. Die beiden kleinen Kinder der Familie sind im elterlichen Schlafzimmer. „Sie sind glücklicherweise selbst aus dem Haus gekommen“, erzählt Nachbar Christian Wolter. Zwei größere Kinder sollten aufpassen. „Als wir vor Ort waren, brannte bereits der ganze Dachstuhl“, sagt Baumgartens Wehrführer Edwin Norde.

„Es hätte auch passieren könne, wenn ihr im Haus oder bei uns gewesen wäret“, versucht Silvia Selch den fassungslosen Familien-Vater zu trösten. Bei den Freunden wird er mit Frau und den vier Jungs unterkommen.

„Es ist eine Tragödie“, ringt auch Baumgartens Bürgermeister Armin Butz um Worte. Vor acht Jahren ist die Familie nach Wendorf gezogen, saniert Stück für Stück das Haus. „So wie sie Geld haben.“ Er sei froh, dass der Zusammenhalt im Dorf funktioniert. „Wir als Gemeinde geben 500 Euro, damit sich die Familie in der Möbelbörse Sachen holen kann. Doch es wird noch mehr benötigt. Es ist ja nichts übrig geblieben“, erklärt Butz. Menschen, die Haushaltsgegenstände und Bekleidung für Jungen im Alter von drei, vier, zwölf und 13 Jahren abgeben wollen, können kommenden Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr im Gemeindezentrum am Sportplatz tun.

Bedeckt hält sich die Polizei zum Hausbrand in Wendorf. „Wir ermitteln intensiv. Die Frage ist auch, wo die beiden größen Geschwister waren. Wir stehen da erst am Anfang der Ermittlungen“, sagt Polizeisprecher Volker Werner gestern Nachmittag.

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