Hat Rostocker Anwalt Banken-Erpressern durch Geldwäsche geholfen?

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12. Mai 2008, 08:27 Uhr

Rostock - Im Zusammenhang mit dem Prozess um die Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) am Landgericht Rostock ist jetzt ein Rostocker Anwalt des Hauptangeklagten verhaftet worden. Der 45-Jährige, gegen den seit Längerem wegen Verdachts der Geldwäsche ermittelt wurde, habe bisher beim Haftrichter keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht, sagte gestern der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Peter Lückemann. Der Prozess werde aber planmäßig heute fortgesetzt, da der Anwalt nur beratend, aber nicht als Verteidiger des Hauptangeklagten tätig war.

In dem Prozess sind drei Männer angeklagt, sich mehr als 2300 Bankdaten besorgt und damit rund neun Millionen Euro von der LLB erpresst zu haben.

Der Hauptangeklagte im „Liechtenstein-Prozess“ hatte am Freitag vor Gericht erklärt, der Anwalt habe von Beginn an Kenntnis von dem „Geschäft“ mit der LLB gehabt, erklärte Lückemann. Damit habe sich der Verdacht gegen den Anwalt erhärtet, der am Freitagabend in seinem Wohnhaus festgenommen wurde. Das Amtsgericht Rostock erließ Haftbefehl.

Der Verhaftete soll u.a. im September 2007 versucht haben, 1,3 Millionen Euro von Rostock aus auf ein Konto des mutmaßlichen Haupterpressers nach Thailand zu überweisen. Das sei von der Bank abgelehnt worden und habe zu Ermittlungen wegen Geldwäsche geführt. Außerdem soll der Anwalt einen fingierten Darlehensvertrag über mehr als zwei Millionen Euro erstellt haben.

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