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Hündin und Welpen sind wohlauf und konnten erfolgreich vermittelt werden : Happy End im Hunde-Drama

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Gute Nachrichten zum Jahresende: Die im Oktober in einem Waldstück bei Sadenbeck gefundene Hündin ist nebst ihrer Welpen wohlauf. Und: Alle Tiere konnten vermittelt werden.

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2011 | 02:42 Uhr

Sie verbrachten das Weihnachtsfest bereits bei ihren neuen Familien.

Zur Erinnerung: Am 6. Oktober hatte ein Jäger eine an einer Jagdkanzel angeleinte Hündin mit vier Welpen entdeckt. Ihren Nachwuchs hatte sie vermutlich am Fundort zur Welt gebracht. Kurze Zeit später konnte der Besitzer des Tieres ermittelt werden. Es handelt sich um einen 39-jährigen Prignitzer. Er war Ende September aus der Haft entlassen worden, hatte behauptet, die Hündin sei ihm weggelaufen. Wie der "Prignitzer" auf Nachfrage erfuhr, stehen die Ermittlungen gegen den Mann kurz vor dem Abschluss. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Jürgen Schiermeyer am Landgericht Neuruppin. Es werde dann Anklage wegen Tierquälerei erhoben, so der leitende Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher. Der

Besitzer würde mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen müssen. Als der Jäger die Tiere im Wald fand, war die Hündin in einem so schlechten Zustand, dass sie beinahe gestorben wäre. Die Welpen waren ein bis zwei Tage alt.

Gut zwei Monate später sah die Welt ganz anders aus: Als wir Hündin Jessy und ihren Nachwuchs im Tierheim Papenbruch (zwischen Pritzwalk und Wittstock) besuchten, waren sie zu richtigen Wonneproppen gediehen. "Wir sind mit Anrufen regelrecht bombardiert worden. Rund 50 potenzielle neue Hunde-Eltern meldeten sich", blickt Tierheimleiter Sven Galle zurück. Der Boom sei ausgelöst worden, als eine große deutsche Tageszeitung über den Fall berichtet hatte. Aus einer Liste von zwei A 4-Seiten wurde dann ausgewählt - keine einfache Aufgabe, so Galle. "Aber, wir haben sie gelöst."

Aus seiner praktischen Erfahrung weiß er, dass das Interesse an Tieren mit einem besonderem Schicksal oft auch besonders groß zu sein scheint und man dann eher das Problem hat, aus einer Vielzahl von Bewerbern den richtigen auszuwählen, als dass man das Tier nicht vermittelt bekommt. "Wir hatten zum Beispiel mal einen dreibeinigen Hund aus Neuruppin. Nachdem die Presse darüber berichtet hatte, meldeten sich zahlreiche Leute, die unbedingt diesen Hund haben wollten."

Aber zurück zu Jessy und ihren kleinen Rackern: Aus den winzigen Welpen sind innerhalb von zehn Wochen prächtige, knuffige Hündchen geworden - die allerdings immer noch jede Menge Appetit auf Muttermilch haben. "Jessy ist wirklich eine sehr gute Mutter", lobt Sven Galle, während die Schäferhund-Collie-Mischlingshündin ihren Nachwuchs mit Engelsgeduld gewähren lässt. Kurz vor Weihnachten konnten alle in ein neues Zuhause entlassen werden. "Die Bewerber, die wir ausgewählt haben, kommen unter anderem aus Königs Wusterhausen, Groß Beeren und Schwerin", sagt Sven Galle. Zufrieden schaut er hinüber zum großzügigen Zwinger der Rasselbande: Ein wahres Happy End - nicht nur für die Tiere, sondern auch für Sven Galle.

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