zur Navigation springen
Übersicht

18. November 2017 | 00:19 Uhr

Stralsund : Happy End für "Penck"

vom

Happy End für das vom Land verkaufte, ehemalige DDR-Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck". Der außer Dienst gestellte Schiffsveteran soll künftig nicht nur als Arbeitsschiff zum Einsatz kommen.

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2011 | 11:34 Uhr

Happy End für das kürzlich vom Land verkaufte, ehemalige DDR-Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck". Der im August 2010 außer Dienst gestellte Schiffsveteran soll künftig nicht nur als Arbeitsschiff, sondern zugleich auch "schwimmendes Klassenzimmer" vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns zum Einsatz kommen. Eine entsprechende Kooperation vereinbarten gestern in Stralsund Vertreter der norddeutschen Firma Krebs mit dem Meeresmuseum Stralsund.

"Wir sind ungeheuer glücklich, dass es nun doch noch zu einer solchen Nutzung kommen soll", sagte der stellvertretende Museumsdirektor Andreas Tanschus. Mit dem Schiff, das über vier Labore verfüge, eröffneten sich nun sogar noch phantastischere Möglichkeiten als erhofft, denn als Alleinbesitzer hätte das Museum unmöglich ein solches Schiff auf Dauer in Fahrt lassen können.

Firmenchef Detlef Krebs, der in Hamburg, Wismar und Lubmin Korrosionsschutz-Unternehmen für den Schiffbau sowie im Offshore-Bereich und Kraftwerksbau betreibt, kündigte an, das Schiff künftig als Arbeitsplattform für Wartungs trupps der in Bau befindlichen Windkraftparks in der südlichen Ostsee zu nutzen. Im Winter solle es für maritime Bildungskurse vor dem Stralsunder Ozeaneum zur Verfügung stehen. "Zudem sind, wenn es die Zeit zulässt, kleine Forschungsreisen für Schülerklassen geplant", sicherte Krebs zu. Dafür sei die "Penck" optimal, sagte Tanschus. "Das Schiff hat nur einen Tiefgang von 3,50 Metern, kann daher auch in den flachen Boddengewässern operieren und eignet sich somit für die Entnahme von Wasser- und Bodenproben sowie wissenschaftliche Testfänge."

Heimathafen des legendären Forschungsschiffes, das auch seinen Namen behalten soll, wird künftig Stralsund sein. Zuvor nahm die "Penck" gestern aber unter dem Kommando ihres neuen Kapitäns Joachim Lahsch Kurs auf Wismar, wo sie bis Ende April für 500 000 bis 750 000 Euro erneuert wird. Unter anderem sollen in einer Werft mehrere Stahlplatten am Rumpf ersetzt und Anstricharbeiten erledigt werden.

Die "Professor Albrecht Penck" galt jahrzehntelang als das Arbeitspferd der deutschen Meeresforschung. Das 1951 für die DDR gebaute Schiff hatte 950 teils abenteuerliche Forschungsreisen von Afrika bis zum Nordkap absolviert und dabei eine halbe Million Seemeilen zurückgelegt. Ihr letzter Kapitän Uwe Scholz wechselt nun die Planken. Voraussichtlich im Sommer übernimmt er das Kommando über das Mehrzweckschiff "Schwedeneck", Nachfolger der "Penck". Das ehemalige Marineschiff wird derzeit in der Peene-Werft umgebaut. Rund 6,5 Millionen Euro stellten Bund und Land dafür zur Verfügung. Künftig soll die "Schwedeneck" 70 Tage pro Jahr für das Institut für Ostseeforschung in Warnemünde (IOW) im Einsatz sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen