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14. Dezember 2017 | 03:45 Uhr

Hansa verliert auf ganzer Linie

vom

svz.de von
erstellt am 09.Mai.2010 | 08:54 Uhr

Düsseldorf/Rostock | Rabenschwarzes Wochenende für den FC Hansa Rostock: Der Verein muss nach einem 1:3 bei Fortuna Düsseldorf in die Relegation und hat durch Randalierer einen großen Imageverlust erlitten. Die Ausschreitungen im Stadion haben zur einer zweimaligen Unterbrechung und letztlich fast sogar zum Abbruch der Partie geführt.

Durch die Krawalle geriet die Niederlage der Rostocker zur Nebensache. Dabei war die Chance, doch noch aus eigener Kraft den direkten Klassenerhalt zu schaffen, auf einmal riesengroß. Denn die schon als Absteiger feststehende TuS Koblenz hat beim FSV Frankfurt ein 1:1 geholt. Da hätte für Rostock ein Sieg den Verbleib in der

2. Fußball-Bundesliga bedeutet. Doch Hansa war gestern kämpferisch und läuferisch zu schwach, um drei Punkte zu holen.

Deshalb liegt die sportliche Zukunft des Rostocker Traditionsclubs nun in zwei Spielen gegen Ingolstadt. Am Freitag auswärts und heute in einer Woche daheim geht es gegen den Dritten der 3. Liga. Das wird ein ganz schwerer Weg, zumal es fraglich ist, ob die Hansa-Kicker in diesen Partien auf die Unterstützung ihrer wahren Anhänger bauen können. Denn sogenannte Hansa-Fans haben dem Verein garantiert deftige Konsequenzen eingebrockt. Es wird nach dem Beinahe-Abbruch der gestrigen Partie keineswegs bei einer Geldstrafe bleiben. Es ist fest damit zu rechnen, dass zum Relegationsspiel in Ingolstadt keine Karten an FCH-Anhänger verkauft werden und sogar eine Zuschauerbegrenzung im alles entscheidenden zweiten Match um den Klassenerhalt in Rostock angeordnet wird.

Verwundern könnten solche Maßnahmen keineswegs, denn schon in der Nacht zum Sonntag hat es in Düsseldorf schwere Zwischenfälle gegeben. Bei den Krawallen in der Altstadt sind 14 Polizisten verletzt und 159 Personen festgenommen worden.

Zu den Ausschreitungen kam es Sonnabend Nacht, als 580 Rostocker Fans von einer Schiffstour zurückkehrten und Fortuna-Anhänger mit Leuchtraketen beschossen.

Nach Mitternacht spitzte sich nach Polizeiangaben die Lage derart zu, dass 159 Personen festgenommen wurden. Bei den Randalierern handelt es sich fast ausnahmslos um vermeintliche Anhänger des FC Hansa Rostock. Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt wurden in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Scheinbar hat dies einige Unverbesserliche nicht abgeschreckt. Denn beim gestrigen Spiel musste FIFA-Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) bereits kurz nach dem Anpfiff (8.) für 19 Minuten unterbrechen, nachdem Hansa-Torwart Alexander Walke von einem Feuerwerkskörper getroffen worden war und behandelt werden musste. Kurz vor dem Ende dann erneut eine Unterbrechung, als Assis-tent Jan-Hendrik Salver aus Stuttgart in der 83. Minute von einem Gegenstand offenbar am Ohr getroffen wurde. Nach beiden Attacken hatten die Hansa-Profis versucht, ihre Anhänger zu beruhigen, und sie mit Worten sowie Gesten aufgefordert, sich vernünftig zu verhalten. Stark beendete die Begegnung aber überpünktlich und hat somit wohl Schlimmeres verhindert.

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