Hansa reagiert auf „verkorkste Hinrunde“: Langen und Cetkovic gehen

Inzwischen Ausgejubelt. Der Rostocker Djordjije Cetkovic (Mitte) jubelte am 26.9. nach seinem Blitztreffer gegen St. Pauli zum 2:0 mit seinen Mannschaftskameraden Dexter Langen, Kevin Schindler und Martin Retov (v. l.).
Inzwischen Ausgejubelt. Der Rostocker Djordjije Cetkovic (Mitte) jubelte am 26.9. nach seinem Blitztreffer gegen St. Pauli zum 2:0 mit seinen Mannschaftskameraden Dexter Langen, Kevin Schindler und Martin Retov (v. l.).

svz.de von
15. Dezember 2008, 03:53 Uhr

Rostock - Der FC Hansa Rostock hat mit der Entlassung von zwei Spielern auf die desolate Hinrunde in der 2. Fußball-Bundesliga reagiert. Wie der Tabellen-15. am Montag mitteilte, wurden Verteidiger Dexter Langen und Stürmer Djordjije Cetkovic aus dem Profi-Kader geworfen. „Wir haben mit ihnen gesprochen und ihnen mitgeteilt, dass wir ab sofort nicht mehr mit ihnen planen“, erklärt Cheftrainer Dieter Eilts, der die Entscheidung gemeinsam mit Manager Herbert Maronn getroffen habe. Ob sich der Verein von weiteren Spielern trennen wird, ist offen. Es werde am Dienstag mit weiteren Profis gesprochen, kündigten die Rostocker an. Ziel sei es, mit einem reduzierten Kader in die Rückrunde zu starten. Bislang standen 27 Akteure im Aufgebot.

Die Norddeutschen befinden sich nach dem Bundesliga-Abstieg in der vergangenen Saison mittlerweile im Überlebenskampf der 2. Liga. Hansa steckt in einer der schwersten Krisen der Vereinsgeschichte. „Das kann man so sagen“, räumte Vorstandschef Dirk Grabow im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa ein: „Ein Abstieg in die dritte Liga wäre eine absolute Katastrophe. Dauerhaft wäre das in Rostock nicht darstellbar.“

Mit dem 1:0-Erfolg gegen den SV Wehen Wiesbaden beendeten die Mecklenburger am Sonntag zumindest ihre Negativ-Serie von zuletzt acht Spielen ohne Sieg und überwintern auf einem Nicht-Abstiegsplatz. „Es war dennoch eine verkorkste Hinrunde“, stellt Mittelfeldspieler Fin Bartels fest.

Das sieht auch der 37 Jahre alte Hansa-Chef so: „Es ist nicht das, was wir uns vorgenommen und erwartet haben. Unsere Ansprüche waren andere. Wir wollten zu den Aufstiegskandidaten gehören. Jetzt sind wir im Abstiegskampf.“ Um in diesem zu bestehen, will der Club neue Spieler holen. Ob Grabow jedoch die Wünsche von Kapitän Martin Retov erfüllen kann, bleibt angesichts klammer Kassen abzuwarten. „Ich erwarte, dass der Kader korrigiert wird. Wir sind zu viele. Zudem hoffe ich, dass zwei neue Spieler kommen werden“, sagte der dänische Nationalspieler, der im Sommer nach Rostock kam und die Ostseestädter zurück in die 1. Liga führen sollte.

So war zumindest der Plan des damaligen Trainers Frank Pagelsdorf. Der ist in Rostock jedoch seit fünf Wochen nicht mehr im Amt. Nach dem 2:2 gegen den VfL Osnabrück zogen die Club-Verantwortlichen die Reißleine und beurlaubten den 50-Jährigen, der Rostock im Jahr 2007 noch in die Bundesliga geführt hatte. Genutzt hat die Pagelsdorf- Entlassung bisher wenig: Unter Interimstrainer Juri Schlünz und dem neuen Chef-Coach Eilts gab es in fünf Spielen nur einen Sieg. Dagegen stehen vier Niederlagen zu Buche. 433 Minuten blieb Rostock gar ohne Torerfolg.

Ganze vier Saisonsiege stehen nach 17 Spieltagen auf dem Konto. Darunter ist auch das 9:0 gegen Koblenz, das viele Baustellen innerhalb der Mannschaft über Wochen verdeckte. So sprachen einige Spieler nach dem Pagelsdorf-Abgang von Grüppchen-Bildung. Als Einheit präsentierten sich die Mecklenburger in der Hinrunde nur selten auf dem Platz. „Wir müssen sehen, dass wir in der Rückrunde so schnell wie möglich da unten rauskommen“, erklärte Grabow.

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