Hansa-Mitglieder machen bei Aufsichtsratswahl ihrem Unmut Luft

In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Torsten Völker, 35; Kaufmännischer Angestellter bei Coca-Cola, verheiratet, wohnhaft in Rostock, Hansa-Mitglied seit 1994 sowie ...
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In den Aufsichtsrat wurden gewählt: Torsten Völker, 35; Kaufmännischer Angestellter bei Coca-Cola, verheiratet, wohnhaft in Rostock, Hansa-Mitglied seit 1994 sowie ...

Einen neuen siebenköpfigen Aufsichtsrat haben die Mitglieder heute früh gewählt. Aber der künftige Vorsitzende wird erst heute um 17 Uhr aus dem Kreis der sieben bestimmt. Bevor es zur Aufsichtsratswahl kam, machten die Mitglieder des FC Hansa mit vielen Wortmeldungen ihrem Unmut schonungslos Luft.

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27. November 2008, 02:43 Uhr

Es waren mehrere Wahlgänge nötig, bis die Besetzung des neuen Aufsichtsrats feststand. Bis heute früh um 2 Uhr dauerte die Mitgliederversammlung.

Gleich beim ersten Mal setzten sich Manfred Wimmer, Jürgen Heinsch, Torsten Völker und Holger Stein durch. Bei der zweiten Abstimmung bekamen Adalbert Skambraks und Thomas Abrokat die meisten Stimmen. Anschließend erfolgte ein offenes Votum, bei dem sich Friedemann Kunz als siebentes Mitglied durchsetzte. Zu Nachfolgekandidaten wurden Hans-Ulrich Gienke und Hilger Patzner bestellt.

Der neue Aufsichtsratschef tritt die Nachfolge von Professor Horst Klinkmann an, der zwölf Jahre in
dieser ehrenamtlichen Funktion wirkte und in seiner Abschiedsrede Tacheles sprach. Er mahnte, zu den alten Tugenden des FC Hansa wie Zusammenhalt, Verlässlichkeit, kreative Kritik zurückzufinden.
Schonungslos nahm Klinkmann sich die am Abend vollzählig anwesende Profi-Truppe vor. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass sich mancher von euch schon bequem in der 2. Liga eingenistet hat“, knallte er ihnen unter dem Beifall des Auditoriums an den Kopf. Klinkmann ließ keinen Zweifels daran, dass es sportliche schnell aufwärts gehen muss, um Hansas Zukunft im bezahlten Fußball nicht zu gefährden.

Turbulenzen wie im Vorfeld der Beratung vermutet, gab es ausschließlich im verbalen Schlagabtausch.
Die aktuelle miserable sportliche Situation ist den Mitgliedern des FC Hansa aufs Gemüt geschlagen. Dass ihr Verein in der 2. Fußball-Bundesliga nicht wie erwartet um den Aufstieg spielt, sondern
sich derzeit vielmehr um den Klassenerhalt Gedanken machen muss, frustriert. Entsprechend geladen kamen 997 Frauen und Männer zur gestrigen ordentlichen Versammlung des Clubs. Es gab jede Menge heftige Diskussionen, wobei vor allem die Arbeit des Vorstandes kritisiert wurde.

Dass Hansa Rostock, wie Vorstandsvorsitzender Dirk Grabow bekanntgab, im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 3,2 Millionen Euro erwirtschaftet hat, stimmte die Club-Mitglieder auch nicht zufriedener. Vielmehr stellten einige sich die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, in die Mannschaft zu investieren. Zumindest schreibt der FCH trotz des Bundesliga-Abstiegs zum ersten Mal seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen. Bleibt abzuwarten, ob der neue Aufsichtsrat durch sein Entscheidungen dazu beitragen kann, dass der Zweitligist wieder in die Erfolgsspur zurückfindet.

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