Hansa kam schwer unter die Räder

Hansa-Torwart Jörg Hahnel muss das 2:0 durch den Lauterer Srdjan Lakic (r) hinnehmen.
Hansa-Torwart Jörg Hahnel muss das 2:0 durch den Lauterer Srdjan Lakic (r) hinnehmen.

Schlimmer hätte es unter Frank Pagelsdorf nie und nimmer laufen können: 0:6 (0:2) verlor der FC Hansa unter dem bemitleidenswerten Aushilfscoach Juri Schlünz gestern am 13. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern. Das neue Saisonziel der Rostocker lautet Klassenerhalt.

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17. November 2008, 10:42 Uhr

Rostock/Kaiserslautern In Sachen Trainerfindung gibt es noch nichts Neues. „Wir führen Gespräche mit einem kleinen Kandidatenkreis und hoffen, möglichst schnell eine Lösung zu finden“, so gestern Manager Herbert Maronn.

Juri Schlünz debütierte als Zweitliga-Coach. Seine vorherigen 44 „Einsätze“ als Trainer des FCH hatte er alle in der 1. Bundesliga. Der letzte davon gegen den Hamburger SV endete 0:6

Von vornherein ausplanen musste der aushelfende Nachwuchs-Vorstand des FCH Cetkovic und Retov, die für ihre Nationalmannschaften abgestellt zu werden hatten. Da der Däne fehlte, galt es auch einen Kapitän zu bestimmen. Diese Rolle durfte Rahn übernehmen.

Neu in der Start-Elf standen Bülow, Langen und Pearce. Draußen blieben neben Retov die vorherigen Außenverteidiger Lense (verletzte sich im Abschlusstraining, an seiner Stelle gestern rechts Fillinger) und Oczipka (links/Pearce). Langen besetzte das rechte Mittelfeld. Schindler rückte vor in den Sturm. Kern übernahm die Retov-Position hinter den Spitzen.

Neu war auch die Farbverteilung im Outfit der Rostocker – gelbe Hosen, blaue Hemden.
Den Gästen fehlt es an jedweder Druchschlagskraft Trotz aller Veränderungen lagen die Gäste schon nach knapp acht Minuten hinten: Ecke, Kopfball von Lakic – 1:0.

Die Hanseaten ließen sich davon nicht allzu lange aus dem Konzept bringen. Sie fanden halbwegs zu Ruhe und Sicherheit, mühten sich, waren auch keineswegs schlechter, nur fehlte es an jedweder Durchschlagskraft. Zweimal wäre Lechleiter nach Eingaben von Langen (25.) bzw. Rahn (39.) beinahe zum Abschluss gekommen. Echte Chancen gab es aber nicht.

Ganz bitter: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte fiel nach Freistoß erneut durch Kopfball von Lakic das 2:0. Dieser klare Zwischenstand entsprach zwar nicht dem Spielverlauf bis dahin, doch für ein eigenes Tor war Hansa viel zu harmlos

Der Start in die zweite Hälfte gerät hoffnungsvoll: Rahn passt gescheit zurück auf Schindler, doch der verzieht total (49.). Aber dann verhält sich Gledson dilettantisch, Jendrisek rennt ihm locker weg und vollendet sehenswert – 3:0 (54.).

Jetzt fallen die Rostocker völlig auseinander. Pearce sieht Rot (64.) – Referee Aytekin wertet sein haariges Duell mit Sam als Notbremse. Nach dem 4:0 durch Simpson (69.) wird Kern von Torwart Robles gefoult, tritt den Elfmeter selbst – und scheitert am „Übeltäter“ (72.). Simpson trifft ein weiteres Mal (76.), auch Jendrisek wird noch Doppeltorschütze (83.). Mit 0:6 geht der FC Hansa unter – und befindet sich ab sofort im Kampf gegen den Abstieg in die Drittklassigkeit.

Kaiserslautern: Robles – Dick, Ouattara (82. Horning), Amedick, Bugera – Sam, Dzaka (V/73. Demai), Bellinghausen, Jendrisek – Hesse (46. Simpson), Lakic, Jendrisek
Rostock: Hahnel – Fillinger, Orestes (V), Gledson, Pearce – Bülow – Langen (60. Bartels/V), Rahn (67. Oczipka) – Kern – Schindler, Lechleiter (V)
Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 27 199
Tore: 1:0 Lakic (8.), 2:0 Lakic (45.+1),
3:0 Jendrisek (54.), 4:0 Simpson (69.), 5:0 Simpson (76.), 6:0 Jendrisek (83.)
Anmerkungen: 64. rote Karte Pearce (Notbremse), 72. Kern scheitert mit Foulelfmeter an Robles

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