Handarbeit nach Technikpanne

von
15. Juni 2008, 04:21 Uhr

Stralsund - Mit einer doppelten Schiffstaufe haben am Samstag in Stralsund 1000 Schiffbauer und Gäste das 60. Firmenjubiläum der Volkswerft gefeiert. Als 1621. Neubau der Werftgeschichte taufte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen 210 Meter langen Containerfrachter für die belgische Reederei Safmarine auf den Namen „Safmarine Nakuru“. Allerdings ging die Taufprozedur erst im zweiten Anlauf glücklich über die Bühne.

Nachdem der angeblich perfekte High-Tech-Mechanismus zur Taufe per Knopfdruck versagt hatte, band Werftkapitän Detlef Grigo wie nach alter Schiffbau-Tradition eigentlich üblich, kurzerhand eine neue Flasche an einem Seil an. Dann holte die Regierungschefin weit aus und brachte die Flasche schließlich zum Zerbersten.

Trost erhielt Merkel von der zweiten Taufpatin, der es nicht anders erging. Auch die Vertreterin des britischen Frachtunternehmens Ghana Cocoa, Berlinda Oduro-Owusu, musste nach gescheiterter Schiffstaufe zum „Handbetrieb“ übergehen.

Die jeweils bis 21,5 Knoten schnellen Frachter können bis zu 2487 Container an Bord nehmen und sollen im Juli und August zur Probefahrt in die Ostsee auslaufen. Beide Neubauten werden wie drei bereits ausgelieferte Vorgängerschiffe von Safmarine im Afrikadienst eingesetzt.

Merkel würdigte die bewegte Geschichte des 1948 per Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht gegründeten Schiffbauunternehmens. Sie erinnerte daran, dass die Volkswerft zu DDR-Zeiten der weltgrößter im Fischereischiffbauer gewesen sei. Nach der Wende mit Millionenaufwand modernisiert, habe die Werft mehrere Privatisierungen erlebt und sich als moderne Kompaktwerft weltweit einen Namen gemacht.

Zum Auftragsbestand von 1,1 Milliarden Euro gehören derzeit 13 Frachter mit jeweils 2500 Containerstellplätzen für belgische, dänische und deutsche Reedereien sowie sechs Ankerziehversorgungsschiffe für die dänische Reederei Maersk. Damit ist die 1350 Mitarbeiter zählende Volkswerft bis Mitte 2010 ausgelastet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen