Hamburger an der Wiro-Spitze

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14. Oktober 2008, 10:22 Uhr

Rostock - Ein Hamburger und ein Berliner bilden künftig das Führungsduo der Wiro: Der Hauptausschuss wählte gestern Abend den Norddeutschen Kay Schulte zum Technischen Geschäftsführer. An der Seite von Ralf Zimlich, der vor einem Jahr von der Spree an die Warnow wechselte, soll er ab 2009 die Geschäfte leiten.

Nach der Anhörung der vier verbleibenden Bewerber im Hauptausschuss und einem wochenlangen Hickhack um das Verfahren waren sich die Führungsriegen der Fraktionen schließlich überraschend einig. Mit zehn von zwölf Stimmen erhielt Schulte den Zuschlag. Für ihn sprachen eine eindrucksvolle Vita und einschlägige Erfahrungen in der Wohnungsbranche. Zwischen 2000 und 2006 war der 42-Jährige Prokurist in der Hamburger Wohnungsgesellschaft Saga GWG – einer zu 100 Prozent kommunalen Gesellschaft, die in der Elbmetropole nicht weniger als 130 000 Wohnungen und 1575 Gewerbeobjekte verwaltet. Im Vergleich: Die Wiro bewirtschaftet etwa 36 000 Wohnungen.

Als Mitglied der Geschäftsführung trug Schulte den harten Sanierungskurs des Hamburger Unternehmens mit. Eine Erfahrung, die der Hauptausschuss offensichtlich hoch würdigte. „Die Konsolidierung ist uns ohne betriebsbedingte Kündigung gelungen“, betont Schulte, der sich gegen Wohnungsverkäufe an die so genannten Heuschrecken ausspricht. „Auch das haben wir in Hamburg verhindern können.“ Gleichwohl lehnt der künftige Technische Geschäftsführer der Wiro Wohnungsverkäufe nicht vorneweg ab. Selbst wenn 5000 bis 7000 Einheiten veräußert werden würden, behielte Rostock noch immer die sozialpolitischen Zügel fest in der Hand. „So viele kommunale Wohnungen wie in Rostock gibt es in keiner anderen deutschen Stadt.“ Damit bleibt Schulte auf der Linie von Oberbürgermeister Roland Methling sowie einiger Fraktionen, die den Verkauf eines Paketes nicht mehr kategorisch ablehnen.

Ab Januar, spätestens im Februar wird Schulte neben dem Kaufmännischen Leiter Ralf Zimlich die Geschäfte der Wiro wahrnehmen – falls sich Stadt und Bewerber auf das Gehalt einigen.

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