Hallenbau mit Verspätung

Der Bau der Logistikhalle im Schönberger Gewerbegebiet verzögert sich. Eigentlich sollten die Baumaschinen schon im September anrollen. Doch daraus wird nichts. Schuld sind jedoch nicht die Bodendenkmalpfleger, die dort seit knapp zwei Monaten nach historischen Funden buddeln, sondern der australische Investor Goodman selbst. Denn erst seit dieser Woche liegt beim Landkreis in Grevesmühlen ein Bauantrag vor.

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14. September 2008, 06:14 Uhr

Schönberg - Wann der Bau der etwa sieben Fußballfelder großen Halle los geht, steht noch nicht fest. Die Baugenehmigungsbehörde arbeite konstruktiv mit dem Investor zusammen, hieß es vom Landkreis. Dem Investor sei eine zügige Bearbeitung des Bauantrages zugesichert worden.

Schönbergs Bürgermeister Michael Heinze wird da schon deutlich konkreter. Er rechne in acht Wochen mit dem Baustart. So lange habe die Bearbeitung in etwa auch bei der Firma Kamps im Lüdersdorfer Gewerbegebiet gedauert. Und auch dort habe der Landkreis eine zügige Bearbeitung zugesichert.
Warum Goodman den Bauantrag später als geplant gestellt hat, weiß Heinze nicht. Ebenfalls verzögert habe sich der Vertrag zwischen dem australischen Investor und dem Erschließungsträger des Gewerbegebietes in Schönberg, der Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH.

Eigentlich sollte der längst unterzeichnet sein. Damit dies möglichst schnell über die Bühne geht, hatten die Stadtvertreter sogar eine Sondersitzung im Schulzenhaus einberufen. Dort hatten sich einstimmig einer Änderung des Bebauungsplanes zugestimmt. Die war notwendig, weil die Dimension der 47 000 Quadratmeter großen Halle die bisherigen Baugrenzen im Gewerbegebiet übersteigt. Bislang durften dort nur zwölf Meter hohe Gebäude stehen. Für Goodman machten die Stadtvertreter eine Ausnahme. Jetzt darf auch 14 Meter hoch gebaut werden.

Obwohl die Unterschrift von Goodman noch fehlt, habe Michael Heinze aber nie Zweifel an der Umsetzung gehabt. Denn Verträge zwischen Mieter und Vermieter seien bereits abgeschlossen.
Noch haben die Bodendenkmalpfleger genug zu tun auf dem sieben Hektar großen Gelände. Pfosten und sogar Häuser, Siedlungsgruben und Öfen, in denen früher Metall verarbeitet wurde, haben sie bislang entdeckt. Insgesamt sind die Archäologen bei ihren Ausgrabungen auf 2 800 Befunde gestoßen. „Wir wollen uns so einen Überblick über den Querschnitt der Kulturgeschichte verschaffen“, sagt der leitende Archäologe Peter Steppuhn. Beim Buddeln seien sie sogar auf die Verarbeitung von Textilien gestoßen. Und auch keramische Teile haben sie entdeckt.

Mindestens bis Mitte Oktober sind die Bodendenkmalpfleger und Archäologen noch die wichtigsten Leute auf dem künftigen Goodman-Gelände. „Vielleicht aber auch länger“, sagt Steppuhn. Vier Wochen später könnten dann die Baumaschinen anrollen, um die Halle zu bauen. Nach Fertigstellung will ein Logistikunternehmen die Halle anmieten und dort 30 Arbeitsplätze schaffen.

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