„Hallen-Neubau viel zu teuer“

Sanierung der bestehenden Hallen, Neubau in Krebsförden mit oder ohne Erhalt eines Standortes? In die noch nicht entschiedene Debatte der Stadtvertreter zur Zukunft der Schwimmhallen greift jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker ein: Er ruft zur Nutzung der Halle auf dem Gelände der früheren Bundeswehrkaserne in Stern Buchholz sowie zur Sanierung der Komplexe in Lankow und auf dem Dreesch auf. Alles andere sei für Schwerin zu teuer.

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25. März 2008, 04:36 Uhr

„Ich sehe die Chance, die Schwimmhalle in Stern Buchholz auf dem Gelände der früheren Kaserne in das Schwimmhallen-Konzept der Stadt einzuordnen“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker. Seit Schließung des Bundeswehr-Standortes sei die Frage nach der künftigen Nutzung der dort befindlichen Schwimmhalle sowie der weiteren Sportanlagen offen. „In Berlin habe ich dafür geworben, dass Übergabebedingungen für einen künftigen Betreiber geschaffen werden, die nicht vom Ziel des maximalen Erlöses getragen sind“, sagt Hacker. Durch die Entscheidung des Landes, die Stadt bei der Bewirtschaftung dieser Sportanlage in den kommenden zwei Jahren zu unterstützen, könne die Kommune ein tragfähiges Nutzungskonzept entwickeln. Damit sei zugleich die Chance eröffnet, mit den angrenzenden Landkreisen die Mitnutzung der Schwimmhalle durch Schulklassen aus dem Umland auszuhandeln, so Hacker.

Gefährdet wäre die Zukunft des Schwimmsports in Schwerin hingegen, wenn am Sieben-Seen-Sportpark oder an einem anderen Standort eine weitere Halle errichtet würde. „Die Finanzierung einer solchen Investition würde zwangsläufig zu Lasten der dringend notwendigen Sanierung der Schwimmhallen Lankow und Großer Dreesch gehen“, so Hacker. In finanziell angespannten Zeiten dürfe es bei der Entscheidung nicht nach dem Motto „Badespaß nach wünsch dir was“ gehen, sagt der Bundespolitiker.

In einem Offenen Brief wandte sich Hacker jetzt an die Stadtvertreter, die das Thema am Montag beraten wollen: „Ich bitte Sie, schaffen Sie mit Ihrer Entscheidung (...) eine Grundlage dafür, dass auch künftig die Schwimmhallennutzung für viele Schwerinerinnen und Schweriner stadtteilnah und zu verträglichen Preisen erfolgen kann“, schreibt Hacker. Darüber hinaus erinnert er die Kommunalpolitiker daran, dass bereits Steuergelder in Millionenhöhe in die Sanierung des Areals in Stern Buchholz geflossen seien.

Viele Schweriner würden die etwa 5,1 Millionen Euro teure Sanierung der maroden Schwimmhallen auf dem Dreesch und in Lankow offenbar einem Hallen-Neubau am Sieben-Seen-Sportpark vorziehen, der rund 6,8 Millionen Euro verschlingen würde. Immerhin 94 Prozent der Anrufer bei einer TED-Umfrage unserer Zeitung hatten sich im Oktober vergangenen Jahres so positioniert. 6000 Landeshauptstädter bekräftigten diesen Wunsch bei einer Unterschriftensammlung. Gute Erreichbarkeit der bestehenden Hallen und die Furcht vor einer Reduzierung der Schwimmfläche von derzeit insgesamt zehn auf in einem Neubau möglicherweise nur noch acht Bahnen gaben bei Freizeitsportlern und Schwimmvereinen dafür den Ausschlag.

Doch wofür die Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Montag die Weichen stellen werden, ist derzeit vollkommen offen. SPD, Unabhängige Bürger und Bündnisgrüne plädieren für die Sanierung der beiden Hallen. Die Linke-Fraktion hat mit der Idee eines Neubaus plus Sanierung in Lankow eine neue Variante ins Spiel gebracht. Für die CDU hat ein Neubau, der den Anforderungen des Freizeit- und Vereinssports Rechnung tragen müsse, absoluten Vorrang. Ein vorläufiger Erhalt des Standortes Lankow sei aber zudem denkbar.


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