Halben Flusskreuzer zu Wasser gelassen

Das vordere Teil eines Flusskreuzfahrtschiffes wurde gestern vom Stapel gelassen. Die Endmontage folgt in Tangermünde. Foto: M. Seifert
Das vordere Teil eines Flusskreuzfahrtschiffes wurde gestern vom Stapel gelassen. Die Endmontage folgt in Tangermünde. Foto: M. Seifert

Mittwochs fand innerhalb weniger Wochen der zweite Stapellauf auf der ehemaligen Elbewerft statt. Zu Wasser gelassen wurde das Vorderschiff eines Flusskreuzers, den das Unternehmen Viking River Cruises mit Sitz in Basel bei der Brenn- und Verformtechnik der Heinrich-Rönner-Firmengruppe in Auftrag gegeben hat.

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26. November 2008, 08:41 Uhr

Boizenburg | Langsam rollt der Koloss auf den Ablaufschienen hinunter, dann folgt eine große Gischtwelle - es ist vollbracht. Am Ende einer rund 90 Minuten dauernden Vorbereitung ist das vordere Teil des künftigen Fahrgastschiffes ohne Komplikationen zu Wasser gelassen worden. Sehr zur Freude aller Beteiligten und Schaulustigen, die sich wieder zahlreich auf dem Deich gegenüber dem Werftgelände eingefunden hatten.

Auf der Helling der ehemaligen Elbewerft war in den zurückliegenden Wochen ein Flusskreuzer gewachsen. Aber genau genommen war es nur das Vorderteil des Passagierschiffes. Die hintere Hälfte entsteht in der Schiffswerft Tangermünde.

Die Schiffbauer haben in den vergangenen Wochen gute Arbeit geleistet. Das kann auch Karsten Steininger bestätigen. Er leitet den Betriebs teil der Brenn- und Verformtechnik Bremen GmbH (BVT), mit der die im Dezember 1998 geschlossene Elbewerft zu einem neuen Leben erwachte.

Die Heinrich-Rönner-Firmengruppe erwarb im Frühjahr 2007 zwei Drittel der alten Schiffbauhalle, richtete den Kran und die Hellinganlage wieder her und ließ von ihr etwa eineinhalb Jahre später einen rund 900 Tonnen schweren Arbeitsponton zu Wasser.

Dieser Stapellauf, der am 19. September stattfand, sollte der Auftakt sein für eine ganze Reihe weiterer Vorhaben - und damit war zunächst erst einmal der Bau des Vorderschiffes des Flusskreuzers gemeint.

50 Schiffbauer und Schweißer von der BVT und der Roßlauer Schiffswerft GmbH hatten auf der Helling der früheren Elbewerft unter der Leitung von Carsten Unger an dem halben Flusskreuzfahrtschiff gearbeitet. Endmontage und Innenausbau des 1000 Tonnen schweren, 135 Meter langen, 11,40 Meter breiten und sieben Meter hohen Schiffes erfolgen dann in Tangermünde. 189 Passagiere sowie 50 Besatzungsmitglieder haben auf drei Decks in 123 Kabinen Platz. Der Auftraggeber ist die Viking River Cruises, ein weltweit tätiger Konzern mit Hauptsitz in Basel (Schweiz).

Wie es im Jahr 2009 in Boizenburg weitergeht, steht auch schon fest. Laut Aussage von Karsten Steininger werden Yachtbauteile für die im Jahre 1907 in Bremen am Ufer der Weser gegründete Werft Abeking & Rasmussen (A&R) gefertigt.

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