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Hansa - Tor: Die ursprüngliche Nr. 1 kehrt zurück : Hahnel Gewinner des Torwart-Duells

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Von zwei ziemlich gleich guten Torhütern kann nur einer in der DKB-Arena gegen Rot-Weiß Erfurt im Tor des Fußball-Drittligisten FC Hansa stehen. Freitag nach dem Training wurde die Entscheidung intern bekanntgegeben.

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erstellt am 21.Jan.2011 | 08:55 Uhr

Rostock | Von zwei ziemlich gleich guten Torhütern kann nur einer heute ab 13.30 Uhr in der DKB-Arena gegen Rot-Weiß Erfurt im Tor des Fußball-Drittligisten FC Hansa stehen. Gestern nach dem Training wurde die Entscheidung intern bekanntgegeben. Auch wenn es niemand bestätigen wollte: Jörg Hahnel ist der Glückliche.

Es tat sich ein Luxuspro-blem auf. Der gerade 29 gewordene Hahnel meldete sich nach einer Bandscheiben-Operation schneller als befürchtet wieder fit und beanspruchte natürlich den Posten der Nr. 1, als die er vor der Saison ausgerufen worden war. Sein Vertreter hingegen, das selbstbewusste Talent Kevin Müller, sah ebenso verständlicherweise gar nicht ein, wieso er den Platz im Tor räumen sollte.

Wie nun entscheiden im "Duell" der beiden werdenden Väter?! Der erfahrene Hahnel bestritt sechs Einsätze in der 1. und 70 in der

2. Bundesliga. Ihm waren bei Hansa schon dreimal andere Torhüter vorgezogen worden (Schober, Wächter, Walke). In dieser Saison hielt er ordentlich, hatte lediglich beim 2:3 in Offenbach nicht seinen Tag. Notenschnitt in der Bewertung unserer Zeitung: 3,36.

Müller war Kapitän der Rostocker A-Jugend-Mannschaft, die am 27. Juni 2010 durch ein 1:0 im Endspiel bei Bayer Leverkusen Deutscher Meister wurde. Der 19-Jährige stand nach der Verletzung seines Kollegen ab dem 12. Spieltag zwischen den Pfosten und strahlte in seinen sieben Partien, von denen allein vier 2:1 gewonnen wurden, erstaunliche Ruhe aus. Sein Zensurenschnitt: 2,71.

Der Verein hat sich entschieden - möglicherweise auch für den Weg des geringeren Widerstandes. Müller wird es leichter verknusen, als es Hahnel getan hätte. Der Youngster hat das Zeug zu einer großen Laufbahn. Seine Zeit kommt - wenn auch vermutlich noch nicht heute.

So lief es gestern:

14.53 Uhr: Trainingsende. Beide Keeper haben ein Lächeln im Gesicht. Hahnel grüßt: "Mahlzeit!".

15.25 Uhr: Coach Vollmann tritt vor die Presse und verkündet: "Die Entscheidung steht. Beide Spieler wissen Bescheid. Die Öffentlichkeit soll es aber erst morgen beim Aufwärmtraining erfahren, weil wir uns in aller Ruhe auf die Partie vorbereiten wollen. Ruhe ist für mich das allerhöchste Gut. Es gibt zwischen beiden Torhütern nur minimale Unterschiede. Es war eine schwierige Entscheidung, die ich beiden ausreichend erklärt habe."

15.31 Uhr: Ein stark angefressen wirkender Kevin Müller verlässt mit den Worten "Kein Kommentar, gar nichts" fast fluchtartig zu Fuß das Vereinsgelände.

15.37 Uhr: "Was wollt ihr?" fragt Jörg Hahnel und steigt entspannt in sein Auto. Er grinst nicht, hinterlässt aber einen gelösten Eindruck, als er ein kurzes Statement abgibt: "Es war ein relativ kurzes Gespräch. Ich habe die Anweisung, nichts zu sagen."

15.54 Uhr: Der an der Schulter lädierte Kapitän Sebastian Pelzer kommt in einem schwarz-grünen Trainingsanzug mit dem Wappen des TuS Westfalia Vorhelm, den ihm seine früheren Nachbarn schenkten, durch die Tür: "Ich habe eine Spritze bekommen, werde morgen noch eine kriegen und mit Manschette spielen." Zur Torwart-Thematik schweigt er. Doch die Anhaltspunkte sind auch so deutlich genug.

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