Haftstrafen für Zigarettenschmuggler

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07. April 2009, 05:24 Uhr

Wegen Zigarettenschmuggels in großem Stil hat das Landgericht Schwerin gestern sechs Männer zu Freiheitsstrafen zwischen 22 Monaten und siebeneinhalb Jahren verurteilt. Die Männer aus Polen und Deutschland wurden der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei und Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Die geringste Strafe wurde wegen Beihilfe zur Steuerhehlerei zur Bewährung ausgesetzt. Die Feststellungen des Gerichts beruhten dem Vorsitzenden Richter zufolge weitgehend auf den Geständnissen der 28 bis 56 Jahre alten Männer. Allein an nicht entrichteter Tabaksteuer haben sie einen Schaden von mehr als zwei Millionen Euro zu verantworten.

Die Bande schmuggelte laut Gericht in den Jahren 2007 und 2008 Millionen von Zigaretten in Transportern aus Polen nach Deutschland, die zum Teil unter Gemüsekisten verborgen waren. Die Verstecke in den Fahrzeugen fassten bis zu 3000 Stangen, die in Polen und möglicherweise der Ukraine gekauft worden waren. Durch den illegalen Weiterverkauf an Abnehmer in Deutschland verdienten die Schmuggler nach Abzug ihrer Kosten rund 50 Cent je Stange, rechnete der Richter vor. Die Männer gingen nach seinen Worten arbeitsteilig und überwiegend gemeinschaftlich in unterschiedlicher Tatbeteiligung vor.

Einige der Lieferungen, die häufig auf Bestellung erfolgt seien, wurden laut Gericht von der Zollfahndung observiert. Im Juni 2008 flog die Bande auf. Die meisten Mitglieder seien erheblich vorbestraft. Einem 44-jährigen Polen, der als Haupttäter gilt und für vier Jahre und zwei Monate in Haft muss, wird allein die illegale Einfuhr von 6,8 Millionen Zigaretten zur Last gelegt. Der Steuerschaden, den er zu verantworten habe, betrage rund 914 000 Euro. Bei dem zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilten Deutschen berücksichtigte das Gericht eine bereits verhängte Haftstrafe wegen Drogenschmuggels.

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