Hafen am Bodden oder an der Küste? Einwohner favorisieren Durchstich

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18. März 2008, 07:25 Uhr

Prerow - Klar ist bis jetzt nur eins: Auf dem Darß soll ein neuer Hafen gebaut werden, der den bisherigen Nothafen Darßer Ort ersetzt. Dieser ist bislang die einzige Anlegemöglichkeit für Schiffe zwischen Rostock und Barhöft bei Stralsund. Er soll stillgelegt werden, weil seine Fahrrinne immer wieder versandet und kostenintensiv ausgebaggert werden muss. Zähneknirschend hatten die SPD- und die CDU-Fraktion im Landtag im Dezember vergangenen Jahres einem Antrag der oppositionellen FDP zugestimmt, den Hafen aus Sicherheitsgründen doch noch einmal auszubaggern. Bedingung: Eine positive Entscheidung zum Bau eines neuen Sportboothafens.

Doch diese Entscheidung wächst sich langsam zu einem Abstimmungsmarathon aus. Die Einwohner der Gemeinde Prerow auf dem Darß, die als idealer Marina-Standort gilt, hatten am vergangenen Wochenende für einen Durchstich zum Bodden und gegen zwei weitere Standortmöglichkeiten an der Küste votiert.

Diese neuerliche Abstimmung war in die Wege geleitet worden, weil sich die Bürger bereits im Dezember gegen den zunächst vorgeschlagenen Standort östlich der Gemeinde ausgesprochen hatten. Offenbar wollten sie nicht auf rund 500 Meter Strand verzichten. Davor hatten sie wiederum generell für den Bau eines Sportboothafens gestimmt.

Der Landtagsabgeordnete Werner Kuhn (CDU) aus Zingst hält einen Durchstich zum Bodden ebenfalls für eine volkswirtschaftlich sinnvolle Lösung, weil die Gemeinden an der südlichen Boddenküste wie beispielsweise Ribnitz-Damgarten davon profitieren würden. Prerows Bürgermeister Hans-Joachim Schumann (parteilos) hegt dagegen massive Bedenken. Seiner Meinung nach ist die Durchstich-Variante zwischen Ostsee und Prerower Strom „politischer Unfug“.

Die Entscheidung der Bürger sei nicht förderfähig, weil sie doppelt so teuer werden würde wie ein Küstenhafen. Der soll rund 20 Millionen Euro kosten und könnte mit 17 Millionen Euro vom Land gefördert werden, rechnet der Bürgermeister vor. Er befürchtet nun, dass der Hafen an einem anderen Ort auf dem Darß gebaut wird.

So hat die Gemeinde Zingst bereits Interesse bekundet.
Das Wirtschaftsministerium hält sich mit einer Stellungnahme derzeit noch bedeckt. Es will die Post aus Prerow abwarten. Der Gemeinderat muss nun entscheiden, welche Variante dem Ministerium vorgelegt wird.

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