Häfen platzen aus allen Nähten

Die Seehäfen in Mecklenburg-Vorpommern brauchen dringend mehr Gewerbeflächen. Denn die Umschlagszahlen werden sich bis 2025 verdoppeln. Doch verfügbare Flächen werden knapp. Die Landesregierung soll helfen.

von
16. Juni 2008, 05:27 Uhr

Rostock - Baufieber im Wismarer Hafen. In drei Wochen beginnt der großangelegte Ausbau der Hafengeländes. Im ersten Bauabschnitt sollen 16000 Quadratmeter Erweiterungsfläche erschlossen werden. „Für das Jahr 2010 sind weitere 60000 Quadratmeter im zweiten Bauabschnitt in der Planung“, sagte gestern Michael Kremp, Geschäftsführer des Seehafens Wismar, gegenüber unserer Redaktion.

Auch der Rostocker Hafen sucht händeringend um zusätzliche Flächen. Christian Hardt von der Hafen-Entwicklungsgesellschaft: „Wir bauchen dringend eine Erweiterung des Hafengebietes.“ Geplant sind zusätzliche 800 Hektar, die die drei Gebiete Swienskuhlen, Krummendorf und der Peezer Bachmündung umfassen könnten.

Grund für die Nachfrage sind gestiegene Umschlagszahlen und Gewerbeansiedlungen in Hafennähe. Nach Angaben des Verkehrsministeriums hat sich der Gesamthafenumschlag in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen vier Jahren von 33,8 Millionen Tonnen im Jahr 2003 auf 40 Millionen Tonnen 2007 deutlich erhöht. Nach einer Seeverkehrsprognose der Bundesregierung wird sich allein in den vier untersuchten Häfen Rostock, Sassnitz/Mukran, Wismar und Stralsund der Umschlag bis zum Jahr 2025 auf über 73 Millionen Tonnen mehr als verdoppeln.

Als Ursachen für die Zunahme sieht Hafen-Sprecher Hardt vor allem die EU-Erweiterung und die damit zusammenhängenden neuen Güterströme beispielsweise von Tschechien und Ungarn nach Skandinavien.

Hinzu kommt, dass der Hamburger Hafen wegen des gewachsenen Verkehrsaufkommens bereits überlastet ist. Dagegen lockt Mecklenburg-Vorpommern mit einer verbesserte Hafeninfrastruktur. Dafür wurden durch die Landesregierung von 1990 bis 2007 Zuschüsse in Höhe von 528 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln bewilligt.

Auch die Gewerbeansiedlungen an den Häfen brauchen mehr Platz. In Rostock wollen der Kranherrsteller Liebherr und der Großrohr-Hersteller EEW seine Gewerbeflächen in Hafennähe verdoppeln. Insgesamt 150 Unternehmen haben sich auf dem Hafengelände der Hansestadt angesiedelt.

Doch die noch verfügbaren, ausgewiesenen Flächen werden knapp. „Derzeit wird eine Studie erstellt, welche Flächen in die Erweiterung des Rostocker Hafens einbezogen werden könnten“, so der Sprecher des Verkehrsministeriums Ulrich Vetter. Nicht nur ein Problem für Rostock. Auch der Hafen Mukran braucht dringend neue Gewerbeflächen, weil dort die Rohre für die Erdgasleitung vom russischen Vyborg nach Lubmin für die Monatge vorbereitet werden sollen. Darum hat der Landtag die Regierung beauftragt, Konzepte für neue Gewerbeflächen in der Nähe der Häfen zu entwickeln.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen