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17. Dezember 2017 | 14:59 Uhr

Häfen auf Wachstumskurs

vom

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2010 | 07:04 Uhr

Schwerin | Land und Kommunen wollen bei der Entwicklung der Häfen eine große Schippe drauflegen: Bis 2025 sollen in Rostock, Sassnitz und Vierow möglichst 2000 Hektar zusätzliche Ansiedlungsflächen geschaffen werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die gestern in Schwerin von Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) vorgestellt wurde. "Die Häfen bedeuten für Mecklenburg-Vorpommern große Entwicklungspotenziale. Deshalb wollen wir sie auch in die Lage versetzen, sich zu entwickeln", sagte der Ressortchef. Mit der Flächenoffensive wolle man die Häfen attraktiver für Investoren machen, denn jede freie Fläche bringe Arbeitsplätze - das direkte und indirekte Beschäftigungspotenzial werde in Rostock für 2025 gegenüber 2009 um das 3,2-fache auf 29 000 Arbeitsplätze und für Sassnitz um das Siebenfache auf etwa 3000 Arbeitsplätze steigen, hieß es.

Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) wollte sich indes noch nicht darauf festlegen lassen, wann für die 1480 zusätzlichen Hektar, die die Studie für den dortigen Hafen vorsieht, Baurecht geschaffen sein kann. "2018 möchte ich aber schon den einen oder anderen Grundstein legen", meinte er. Vorrang habe die Entwicklung eines Gebietes östlich des Hafens mit einer Größe von 600 Hektar, dort werde man die "Planungsschritte sehr intensiv vorantreiben". Andere Gebiete seien aus umweltrechtlicher Sicht und auch auf Grund von Anwohnerinteressen konfliktgeladener, räumte er ein.

Dass die Verträglichkeit mit der Umwelt hergestellt werde, versicherte auch der Sassnitzer Bürgermeister Dieter Holtz (Die Linke). Beispielsweise sei bei den dortigen geplanten Erweiterungsflächen an eine eigene Kläranlage gedacht. Holtz betonte besonders, dass man weg von der Monokultur wolle und damit - unter anderem mit der Fischverarbeitung - schon auf dem Wege sei: "Allein vom Fährverkehr kann der Hafen nicht leben." Deshalb sei auch an die Ansiedlung von Unternehmen gedacht, die im Bereich der Offshore-Technologie tätig sind. Wie Holtz sagte auch Methling, dass es mehrere Investor enanfragen gäbe. Der Rostocker Oberbürgermeister zitierte überdies Prognosen, wonach sich die Umschlagsmenge bis 2025 im Überseehafen auf 48 Millionen Tonnen nahezu verdoppeln werde. "Deshalb freue ich mich, dass wir die planungsrechtlichen Grundlagen jetzt gelegt haben", sagte er.

Die Kosten für die rund 1000-seitige Studie betrugen rund 570 000 Euro, etwa 80 Prozent finanzierte das Land, 20 Prozent die jeweilige Region. Auch für die Häfen in Wismar, Stralsund und Lubmin sollen in den kommenden Jahren Flächenvorsorge-Analysen erstellt werden, kündigte Schlotmann an. Für Wolgast, Anklam und Ueckermünde sei dies nicht vorgesehen, da der Bedarf dort bislang nicht in dem Maße signalisiert worden sei.

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