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Labormobil machte Station auf dem Sternberger Marktplatz : Gutes Brunnenwasser zum Gießen

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Das Brunnenwasser aus drei Gärten in Weberin, Dabel und Loiz kann bedenkenlos zum Gießen eingesetzt werden. Die Proben seien "selten so positiv". Das sagte gestern Harald Gülzow vom Verein VRS Gewässerschutz.

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erstellt am 09.Jun.2011 | 06:35 Uhr

Sternberg | Das Brunnenwasser aus drei Gärten in Weberin, Dabel und Loiz kann bedenkenlos zum Gießen eingesetzt werden. Die Proben seien "selten so positiv". Das sagte gestern Harald Gülzow vom Verein VRS Gewässerschutz, der im Labormobil auf dem Sternberger Marktplatz die Untersuchungen durchführte. Der Nitratgehalt sei in allen drei Fällen im positiven Bereich. Das Wasser ist leicht basisch, so dass sich keine Schwermetalle im Untergrund lösen können. Und auch der Salzgehalt sei normal. Wenn das Wasser zu viel Chlorid enthalten würde, könnten die Pflanzen mit dem Gießen immer mehr vertrocknen.

Mit diesem positiven Befund über das eigene Brunnenwasser konnten auch Uwe Mau aus Dabel und Gerhard Groth aus Loiz nach Hause fahren. Es gehe ihnen um die Sicherheit, sagten die beiden. Er verschenke auch viel Gemüse aus dem eigenen Garten, erklärte Uwe Mau. Da wolle er schon wissen, dass der Nitratgehalt in Ordnung ist.

Aus Sternberg, Brüel, Warin, Dabel und anderen Orten wurden gestern 17 Wasserproben zum Labormobil auf dem Sternberger Marktplatz gebracht. Alle diese Familien wollten wissen: Wie gut ist das Wasser aus dem eigenen Brunnen? Auf die Ergebnisse müssen die meisten Brunnenbesitzer jetzt zwei bis drei Wochen warten. Denn sie wählten Untersuchungsmethoden, die nicht im Labormobil vor Ort möglich waren und bei denen z. B. auch die Belastung durch Bakterien oder Pestizide analysiert wird.

Er sei froh, dass er den Brunnen hat, sagt Georg Mueller aus Warin. Die Familie nutzt ihn schon seit Vorwendezeiten zum Wässern von Erdbeeren und Gemüse. Seine Frau wollte mehr über die Qualität des Wassers wissen. Georg Mueller war gestern früh der Erste, der mit einer Wasserprobe extra nach Sternberg kam.

"Zum Gießen wäre es sowieso egal", meinte der Sternberger Jörg Mischkewitz. Ihn interessierte, ob sich das selbst geförderte Wasser bedenkenlos für Kinder im Planschbecken einsetzen lässt. Dafür wählte er auch die etwas teurere Untersuchung, die einen Test auf eine mögliche biologische Belastung durch Keime einschloss.

So genau wollte es auch Klaus Werner vom Verein Dialog & Action aus Sternberg wissen. Denn aus einem sechs Meter tiefen Brunnen in Lütt Acker werden nicht nur Gurken gegossen, sondern hier gibt es auch Wasserspiele, mit denen Kinder erfahren können, wie Pumpe und Brunnen funktionieren. "Die Kinder haben viel Spaß", sagt Werner. Er will sicher gehen, dass nichts passiert, falls ein Kind doch mal einen Schluck Wasser trinkt.

Das bewegte auch einen Dabeler, der sein Brunnenwasser künftig zum Baden für die Kinder nutzen will. Eine Brüelerin wollte sich vergewissern, ob es unbedenklich ist, dass sie es auch zum Waschen von Kartoffeln und Erdbeeren einsetzt. Ein Paar aus einem kleinen Dorf bei Parchim ließ erstmals untersuchen: Ist das Wasser, das sie seit drei Jahren aus dem eigenen Brunnen trinken, denn auch wirklich unbedenklich?

Fritz Kliefoth aus Brüel nutzt einen über 100 Jahre alten Brunnen am tiefsten Punkt in seiner Straße, wo das Wasser zusammenläuft, zum Gießen. Ihn interessiert die Wasserqualität, erklärte er.

Angela Preuß aus Jülchendorf holte sich Rat über den Schönlager See. "Er hatte Trinkwasserqualität", sagte sie. Seit drei Jahren fängt er an zu blühen. Gelangen möglicherweise mehr Nährstoffe von benachbarten Feldern in den See? Harald Gülzow riet der Frau, eine Wasserprobe aus dem Zufluss zum See analysieren zu lassen.

Der Verein VRS Gewässerschutz reist mit seinem Labormobil durch ganz Deutschland und untersucht jährlich zwischen 2000 und 3000 Proben aus privaten Brunnen. Die konkreten Analysen übernehmen Labors in Geldern bei Duisburg und Jena in Thüringen.

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