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15. Dezember 2017 | 14:54 Uhr

Gute Noten für die Radegast

vom

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2010 | 07:32 Uhr

Rehna | Etwas unbemerkt von Lenas "Satellite-Sieg" in Oslo hatte das Radegasttal zwischen Gadebusch und Törber am vergangenen Samstag Besuch. Zwei Gruppen der AG Ichthyofaunistik unseres Landes sollten im Auftrag des StAUN Schwerin (Staatliches Amt für Umwelt und Natur) an zuvor ausgewiesenen Monitoringstrecken die Fischfauna im europäisch geschützten FFH-Gebiet Radegasttal untersuchen. Dazu soll ein zweimaliges Elektrofischen im Jahr Aufschluss geben zu Fragen: Welche Arten sind in welchen Individuenzahlen und in welchen Entwicklungsstadien vertreten?

Das Team unter Leitung des Fischereibiologen Dr. Helmut Winkler von der Universität Rostock begleitete an diesem Tag auch Biologielehrer Torsten Richter. Vorortkenntnisse waren gefragt und außerdem hatte Richter schon mit verschiedenen Schülergruppen über Jahre hinweg den Fischbestand beobachtet. An vier verschiedenen Radegastabschnitten wurden alle Fische kurzzeitig und schonend mit einer Elektronarkose betäubt und vermessen.

Dazu erzeugte ein Generator zwischen Kescher (= Anode) und Kupferband (=Katode) Strom der durchs Wasser floss. An jeder Monitoringstrecke wurden jeweils 100 Meter lange Flussabschnitte ausgesucht die beangelt werden bzw. nicht beangelt werden dürfen.

Am späten Nachmittag konnten dann erste Ergebnisse formuliert werden. Winkler und seine Mitarbeiter Andreas Osterland und Hado Wanke hatten 22 verschiedene Arten festgestellt. Wobei auffiel, dass eigentlich häufige Arten wie Karpfen und Brachsen, aber auch Bach- und Meerforelle an diesem Tag nicht beobachtet wurden. In welchem Fluss kommen noch so viele verschiedene Fischarten vor? Dr. Winkler betonte die besondere Bedeutung, der eher kleinen Radegast als europäisches Schutzgebiet für heimische Wildfisch- und Rundmäulerarten.

Neben in Deutschland seltenen und gefährdeten Arten wie Döbel, Hasel, Moderlieschen, Ellritze und Schmerle gehören Steinbeißer, Bachneunauge und Schlammpeitzger zu den sogenannten FFH-Arten, die unter dem Schutzschild Europas stehen.

Das Team verabschiedete sich bis zum nächsten Kontrollfischen im Oktober und hofft, dass die Rehnaer Petrijünger auch weiterhin sorgsam mit ihrem wertvollen Fischbestand umgehen.

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