Güstrower Drogenhändler vor Gericht

von
08. Mai 2008, 10:23 Uhr

Güstrow - Maikel Sch. (22), Christoph B. (21), Tony P. (20) und Anton D. (25) sitzen seit dem 23. November 2007 in Untersuchungshaft. Sie wurden gestern in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Anton D. trug zusätzlich Fußfesseln, die ihm während der gesamten Verhandlung nicht abgenommen werden. Nur Sergej S. (25) befindet sich auf freiem Fuß.

Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Angeklagten in unterschiedlicher Zuordnung bis zu 56 Fälle des gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen unerlaubten Handels mit Drogen vor. Lieferant soll ein namentlich unbekannter Mann albanischer Herkunft sein, der von Rostock aus die Versorgung organisierte.

In der Regel erfolgten die Lieferungen wöchentlich oder 14-täglich. Das Kokain wurde in Ein-Gramm-Päckchen verkauft, das Gramm für 35 Euro. Marihuana wurde gleich kiloweise in Empfang genommen und abgesetzt.

Anton D. als Hauptangeklagten werden 56 Fälle des Drogenhandels vorgeworfen. Sein Revier war laut Anklageschrift die Gegend um den Güstrower Netto-Markt. Vom 1. April 2006 bis 20. November 2007 soll er dort sein Unwesen getrieben haben. In dieser Zeit veräußerte er einmal in der Woche rund zwei Kilogramm Marihuana und 14-täglich mehr als 60 Gramm Kokain. Seine Abnehmer waren auch die Güstrower Angeklagten Sch. und B., denen 26 bzw. 21 Fälle des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vorgeworfen werden.

300 750 Euro soll Anton D. mit dem Verkauf der Drogen erlangt haben. Der Erlös für Maikel Sch. wird in der Anklageschrift mit 150 000 Euro angegeben. Einige Gramm verwendeten die Angeklagten für den Eigenbedarf.

Am 22. November flog schwunghafter Handel auf
Am 22. November 2007 flog der schwunghafte Handel auf. Die Ermittler griffen zu. Während sich Maikel Sch. generell bereit erklärte, Angaben zu den Tatvorwürfen zu machen, verweigern seine Mitangeklagten zur Zeit die Aussage. Tony P. und Anton D. wollten auch keine Angaben zur Person machen.

Christoph B. wurde in Güstrow geboren. Nach der Scheidung der Eltern zog er mit seiner Mutter nach Bayern. Er kam dort nicht zurecht, bewirkte seine Einweisung in ein Kinderheim und ließ sich nach Mecklenburg verlegen. Der 21-Jährige hat weder Schul- noch Lehrabschluss. Einen guten Kontakt hat er nur zu seiner Großmutter.

Auch Maikel Sch. ist ein Scheidungskind. Auf Grund der guten Beziehung zu seiner älteren Schwester erlangte er einen Schulabschluss und eine Ausbildung.

Sergej S. wurde in Russland geboren und lebt seit 1995 mit seinen Eltern in Deutschland. Er hat den Hauptschulabschluss und arbeitet als Maschinenführer. Anton D. stammt aus Kasachstan.

Die Hauptverhandlung wird morgen fortgesetzt. Es werden Vernehmungsbeamte und Ermittler als Zeugen gehört.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen