Güstrow kann sein Glück kaum fassen - Kreistag: Breite Zustimmung zum 6+2-Modell

Lutz da Cunha, Landrat, SPD - Unsere Vorstellung, dass Güstrow Kreisstadt im neuen Landkreis ist, würde in Erfüllung gehen. Es würden alle Forderungen, die wir erhoben haben, umgesetzt werden.
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Lutz da Cunha, Landrat, SPD - Unsere Vorstellung, dass Güstrow Kreisstadt im neuen Landkreis ist, würde in Erfüllung gehen. Es würden alle Forderungen, die wir erhoben haben, umgesetzt werden.

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18. Juli 2008, 06:16 Uhr

Der Landkreis Güstrow begrüßt die Modelle zur geplanten Kreisgebietsreform ausdrücklich, ja: Die Verantwortlichen können ihr Glück kaum fassen. Vor allem der in Güstrow favorisierte Vorschlag sechs Kreise plus zwei kreisfreie Städte entspreche den Vorstellungen im Landkreis, heißt es in einer Stellungnahme, die Kreisausschuss und zeitweiliger Ausschuss für Verwaltungsmodernisierung zeitnah final formulieren und nach Schwerin schicken sollen.

So einigten sich am Mittwoch die Mitglieder des Kreistags. Nach diesem Modell würde der Landkreis Bad Doberan quasi an den Kreis Güstrow angeschlossen, dazu die Stadt Dargun und das Amt Malchin. Güstrow bliebe Kreisstadt; dass sogar der Name „Landkreis Güstrow" erhalten werden soll, sorgte auf Kreistagsbänken für Verzückung. Charmant schlägt Güstrow den Ball nun nach Doberan: Die gute Zusammenarbeit in z.B. Jugend- und Bauordnungsamt sei doch ausbaufähig.

Hauptkritikpunkt im Güstrower Kreistag ist, dass die Minister-Modelle offenbar ein politischer „Schnellschuss“ sind, nicht abgestimmt mit Landtag und Enquete-Kommission, betonte Reinhard Dettmann (FWG/E). Einigkeit im Kreistag und auch wesentlicher Punkt des bisherigen Güstrower Positionsentwurfs: Eine Gebietsreform mache nur Sinn mit einer Funktionalreform.

Wie aber die Verwaltungsaufgaben künftig unter Land, Landkreisen und Ämtern aufgeteilt werden, sei völlig offen. Klar formuliert das Papier auch: Mit der Reform müssten die finanziellen Zuweisungen an Kreise und Städte neu geregelt werden.

Karin Schmidt (Die Linke) regte an, auch weitere Modelle nochmals zu prüfen, z.B. die Variante sieben plus zwei. Es sei nämlich auch Güstrower Kreistagsbeschluss, dass die Wege für Vertreter von Kreistagen möglichst kurz, deren Arbeit somit bürgernah bleiben sollte.


Doberan will keine arme Braut: Kreistag lehnt Güstrow ab
Der Kreis Bad Doberan lehnt die von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) favorisierten Modelle zur Kreisgebietsreform ab. Ein Zusammenschluss mit Güstrow will man in Doberan nicht. Das macht der Kreistag in einer aktuellen Stellungnahme erneut deutlich.

Die Gemeinden des Landkreises Bad Doberan würden „durch die hohe Verschuldung des Landkreises Güstrow belastet“, heißt es in der Stellungnahme an den Innenminister. Der hatte am 24. Juni seine beiden Favoriten-Modelle für eine Kreisgebietsreform vorgestellt. Bei beiden ist ein Zusammenschluss der Kreise Güstrow und Bad Doberan vorgesehen.

Kritik hagelte es im Doberaner Kreistag diese Woche an Caffiers Vorgehensweise. Drei Tage vor Ablauf der Frist für Stellungnahmen aus den Kommunen präsentierte der Innenminister seine Vorstellungen bereits der Öffentlichkeit. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorschlägen aus den Kommunen habe folglich gar nicht mehr stattfinden können.

Nun hat der Kreis erneut die Möglichkeit, sich zu äußern. In der am Mittwoch im Kreistag verabschiedeten Stellungnahme fordert Bad Doberan „eine moderate Erweiterung des heutigen Landkreises Bad Doberan in östliche und südliche Richtung“. Es geht um die Ämter Bützow, Laage, Gnoien (Kreis Güstrow) und in östlicher Richtung ums Amt Ribnitz-Damgarten und weitere Gemeinden von Ahrenshoop bis Bad Sülze (Kreis Nordvorpommern).

In der Begründung formulierten die Kreistagsmitglieder es dann lieber etwas sanfter, um den Reformprozess nicht zu behindern. Eines der nicht favorisierten Kreisstrukturmodelle aus dem Ministerium sieht acht Kreise und zwei kreisfreie Städte vor. Bei dieser Variante bliebe der Kreis Bad Doberan in seiner jetzigen Form bestehen. Das kommt den Vorstellungen der Doberaner am nächsten.

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