Grüße aus der Mongolei

Zahlreiche Briefe hat die Klasse 3a für die neuen Freunde in der Mongolei verfasst. Fotos: Volker Bohlmann
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Zahlreiche Briefe hat die Klasse 3a für die neuen Freunde in der Mongolei verfasst. Fotos: Volker Bohlmann

Sie wohnen in Jurten. Ihre Lieblingsbeschäftigungen sind das Bogenschießen, Ringkämpfe und das Reiten. Die Rede ist von den Menschen in der Mongolei. Gadebuscher Kinder wollen jetzt mehr über das Land im fernen Asien erfahren. Die Klasse 3a strebt eine Brieffreundschaft mit Kindern einer Klasse in Sum Argalant an.

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21. November 2008, 07:19 Uhr

Gadebusch | Tausende Kilometer liegen zwischen Gadebusch und der südöstlichen Mongolei. Ginge es nach dem Willen der Schüler von Klassenleiterin Sylvia Müller würden die Kinder am liebsten schnell eine Ausflugsfahrt ins ferne Asien planen. Dorthin, wo die Mädchen und Jungen derzeit eine Brieffreundschaft mit gleichaltrigen Kindern aufbauen.

Mit einer Klassenfahrt ist es nicht ganz so einfach, meint Marius: "Die Entfernung weiß ich nicht genau, aber es ist weiter Weg." Schätzungsweise 6 000 Kilometer liegen zwischen den Klassenzimmern in Gadebusch und Sum Argalant in der südöstlichen Mongolei. Folglich werden vorerst die Briefträger beider Länder Geschichten von Ereignissen und den Kindern selbst überbringen.

"Die Idee zur Brieffreundschaft hatte eine Kollegin aus Rostock, die mit der Vermittlung von Auslandseinsätzen betreut ist", sagt Jutta Ahrendt, Leiterin des Mädchentreffs. Direkt vor Ort, am Rande der Wüste Gobi, betreut Milena Lange, eine junge Frau aus Deutschland, die mongolischen Kinder.

Als Jutta Ahrendt den Mädchen vom Projekt erzählte, waren die Kinder sofort "Feuer und Flamme". Wenige Tage darauf die gesamte Klasse 3a.

Zur Freude der Gadebuscher Kinder ist der erste Brief aus dem fernen Land längst eingetroffen. Und irgendwie scheint fast alles wie im Nordwesten Mecklenburgs: Lachende Mädchen und Jungen die Grimassen schneiden und an Schultischen ihre Aufgaben erfüllen. Selbst bei den Berufswünschen wie "Tierarzt, Polizist, Krankenschwester" lassen sich Gemeinsamkeiten finden. "Aber", so Justin, "wenn es in die Schule geht, sind sie mit den Pferden oder zu Fuß unterwegs." Von beheizten Schulbussen und Klimaanlage somit keine Spur: "Mit dem Pferd reite ich drei Stunden, bis ich die Schule erreiche", schreibt die 8-jährige Magnaibayar.

Den Wissensstand über die Mongolei, eigneten sich die Drittklässler während einiger Unterrichtsstunden an. So sind Nomaden, die ihr Hab und Gut ständig verpacken, weite Strecken reisen und in Jurten wohnen, längst keine Unbekannten mehr.

"Mal sehen, wie sich der Kontakt entwickelt, denn die Briefe sind länger als einen Tag unterwegs", so Lehrerin Sylvia Müller. Echte Sprachbarrieren gibt es nicht, denn die Betreuer übersetzen die englische Briefe. Zumindest so lange, bis die Kinder diese selbst lesen können.

"An dieser Stelle möchte ich mich bedanken, dass ihr zu Hause so viele Texte über euch selbst geschrieben habt", sagt Jutta Ahrendt. Der kleine Poststapel mit zahlreichen Bildern aus Gadebusch und von den Kindern geht jetzt in die Übersetzung und per Luftpost ab nach Sum Argalant, ein Ort ca. 100 Kilometer westlich der großen Straße zwischen den Hauptstädten Ulaanbaatar und Peking.

Hintergrund: Fernes Land in Asien

Die Mongolei ist ein dünn besiedeltes Land mit Steppen-, Hochgebirgs- und Wüstenanteilen (Gobi). Nur zehn Prozent der Landesfläche sind bewaldet, weniger als ein Prozent ist für den Ackerbau nutzbar. Die Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator) mit knapp einer Million und Erdenet mit 79 649 Einwohnern gehören zu den größten Städten. Der bekannteste Mongole düfte Dschingisn Khan (1162−1227) sein. Er vereinte der die turko-mongolischen Stämme. Seine Regierungszeit als erster Großkhan der Mongolen dauerte von 1206 bis 1227.

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