Grünes Licht für Schiffsfahrstuhl

Direkt neben dem als technisches Meisterwerk bekannten Schiffshebewerk in Niederfinow entsteht ein moderner Schiffsfahrstuhl. Bis 2013 soll das 60 Meter hohe Hebewerk am Finowkanal zwischen Oder und Havel nordöstlich von Berlin fertig sein, kündigte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gestern in Berlin an.

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28. März 2008, 04:49 Uhr

Berlin/Niederfinow Axel Klauwer und Harald Rohde Der Neubau ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte in Ostdeutschland. Die neue Anlage neben dem Stahlkoloss aus dem Jahre 1934 soll 285 Millionen Euro kosten. Tiefensee sagte, das Hebewerk sei „von immenser Bedeutung für die Ost-West-Magistrale der Wasserstraßen“. Es soll künftig auch großen Binnenschiffen den Wasserweg zum polnischen Ostseehafen Stettin (Szczecin) eröffnen.

Vor allem der Containertransport per Schiff solle konkurrenzfähig werden, betonte Tiefensee. In dem neuen Schiffshebewerk werden künftig vollbeladene Container-Binnenschiffe mit einem Gewicht von 3000 Tonnen den Höhenunterschied von 38 Metern am Finowkanal überwinden können. Die alte Anlage, die als größtes Schiffshebewerk Europas gilt und jährlich tausende Touristen anlockt, ist für die Schifffahrt ein Nadelöhr zwischen Berlin und der Ostsee. In einem riesigen Trog werden Schiffe unter den Blicken Interessierter nach oben und unten gefahren.

Nach bisherigen Planungen waren für den Neubau Kosten in Höhe von 180 Millionen Euro vorgesehen, und die Anlage sollte bereits 2012 fertig werden. Tiefensee erklärte die Mehrkosten mit gestiegenen Baupreisen. Einen Termin für die Grundsteinlegung nannte er nicht, betonte aber, auch Polen sei an einer schnellen Fertigstellung interessiert. In den vergangenen Wochen hatte es Befürchtungen gegeben, das Schiffshebewerk könnte wegen des derzeit hohen Stahlpreises gar nicht gebaut werden. Vergangenes Jahr passierten nach Angaben des Schifffahrtsamtes unter anderem 4688 Güterschiffe mit 1,95 Millionen Tonnen Fracht das Hebewerk.

Der neue, 60 Meter hohe Schiffsfahrstuhl soll langfristig die alte, denkmalgeschützte Anlage ersetzen. Dann können bis zu 110 Meter lange und rund elf Meter breite Binnenschiffe gehoben werden. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde wird es aber zunächst noch einen Parallelbetrieb geben. Später sollen die großen Frachtschiffe im neuen und Fahrgast- und Sportschiffe im alten Hebewerk transportiert werden.

„Guter Tag für Aufbau Ost“
Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) sprach in einer Erklärung von einem „guten Tag für den Aufbau Ost“. Das Hebewerk sei „das wichtigste Wasserstraßenbauprojekt in Berlin und Brandenburg“. Durch die neue Anlage verbessere sich die Verbindung auf dem Wasserweg nach Polen, sagte Dellmann. Der brandenburgische CDU-Verkehrsexperte Wilfried Schrey äußerte sich ebenfalls positiv. Zwar habe sich die Entscheidung in die Länge gezogen, doch nun herrsche Klarheit.

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