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Bützow: Nun Diskussion in den Fraktionen

: Grünes Idyll am Wall trügerisch

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Es geht sich gut unter dem dichten Blätterdach der 90 Jahre alten Lindenallee am Bützower Wall. Dennoch ist das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, das einen dabei überkommt, trügerisch.

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erstellt am 03.Jun.2011 | 08:26 Uhr

Es geht sich gut unter dem dichten Blätterdach der 90 Jahre alten Lindenallee am Bützower Wall. Dennoch ist das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit, das einen dabei überkommt, trügerisch. Denn ein genauer Blick auf die Bäume zeigt, dass die meisten von ihnen bereits so stark geschädigt sind, dass fraglich ist, wie vielen Stürmen sie noch standhalten.

Bei einem Rundgang machte sich Dienstagabend der Bauausschuss der Stadtvertretung ein Bild vom Zustand der Bäume, über die in absehbarer Zeit eine Entscheidung fallen muss. Gibt es doch die Sorge, dass mal Äste abbrechen und jemanden verletzen könnten. "Der Landkreis sagt, die Allee ist so zu erhalten, dass keine Gefahr für Passanten besteht", sagt Bauamtsleiterin Doris Zich. Doch das sei nicht so einfach. Untersuchungen hätten ergeben, dass der Baumbestand schon "stark geschädigt" sei, erläuterte Sabine Rybin vom Bauamt. "Im Stamm- und Kopfbereich weisen fast alle Bäume einen hohen Fäulnisgrad auf." Ursache dafür seien Kappungen im Kronenbereich zu DDR-Zeiten. "Das sind die Fehler, die wir vor Jahren gemacht haben und die uns die Natur nun zurück zahlt", so Rybin.

Vor sechs Jahren war die bereits genehmigte Abnahme der Bäume an Bürgerprotesten gescheitert. Wobei die Naturfreunde mit dem geschützten Juchtenkäfer, der sich in den morschen Bäume angesiedelt hat, ein starkes Argument auffahren konnten. Dennoch, Sicherheit geht vor. Deshalb führe wohl kein Weg darum herum, sich bald erneut mit der Lindenallee zu beschäftigen, darüber waren sich die Mitglieder des Ausschusses einig. "Auch ein Baum hat nur eine bestimmte Lebenszeit und das muss man irgendwann mal anerkennen", meint Bauamtsleiterin Doris Zich. Doch hält sie nichts davon, mal hier und da einen der fast 200 Bäume einzeln zu fällen. "Wenn Abnahme, dann alle gleichzeitig, damit die neuen Bäume gleichmäßig wachsen können." Dass die Neuanpflanzungen bereits nach wenigen Jahren wieder eine hübsche Allee bilden können, zeigt sich ab Rostocker Tor, wo nach ersten Baumabnahmen am Wall vor sechs Jahren 50 Linden nachgepflanzt wurden, die sich sehr gut entwickeln. Allerdings werde man wohl aus Kostengründen nicht darum herum kommen, die Sanierung der Allee abschnittsweise zu machen, fürchten die Ausschussmitglieder. Nun sollen sich die Fraktionen eine Meinung zu dem Thema bilden. Sollte sich die Stadtvertretung dann für die Abnahme der Allee entscheiden, müsste eine neue Fällgenehmigung beantragt werden.

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