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Stadtwerke Ludwigslust-Grabow : Grüne Energie im Blick

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"Ich weiß, dass die Menschen die Energiewende befürworten, dass sie sich aber sorgen, dass die Strompreise explodieren. Das müssen wir sehr ernst nehmen", betont Wulf-Peter Bosecke.

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erstellt am 12.Jul.2011 | 11:43 Uhr

Die katastrophalen Vorfälle in den japanischen Atomkraftwerken zeigen 25 Jahre nach dem Super-GAU im sowjetischen Tschernobyl erneut: Kein Atomkraftwerk ist hundertprozentig sicher. Die Atomkraft ist nicht beherrschbar. Ihre zerstörerischen Folgen übersteigen jede menschliche Vorstellung. Das Atomzeitalter und das Zeitalter billigen Öls sind vorbei. Die Zukunft wird bestimmt von erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz. Die Energiewende zu beschleunigen, das haben sich die Stadtwerke Ludwigslust-Grabow auf ihre Fahnen geschrieben. Sie wollen in absehbarer Zeit ihre Kunden nur noch mit echtem Öko-Strom versorgen.

Energie muss für die Menschen bezahlbar bleiben

"Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass die Menschen die Energiewende befürworten, dass sie sich aber sorgen, dass die Strompreise explodieren. Das müssen wir sehr ernst nehmen. Bei allem, was wir verabreden, bei allem, was wir jetzt regeln, müssen wir immer darauf achten, dass Energie für die Menschen bezahlbar bleibt", betont Wulf-Peter Bosecke. Ziel der Energiewende vor Ort sei es, so der Geschäftsführer weiter, es in Ludwigslust so hinzubekommen, dass die Stromerzeugung bis 2022 zu 100 Prozent vor Ort erfolge. "Der Gesamtbedarf in Ludwigslust liegt derzeit bei 9233 Kilowatt Leistung und 48 000 000 Kilowattstunden. Tatsächlich werden heute vor Ort 2887 Kilovoltampere und 18 169 197 Kilowattstunden produziert", rechnet Bosecke vor. In Ludwigslust seien derzeit 64 Händler mit dem Verkauf von Strom beschäftigt. Es gäbe ein Müllverbrennungskraftwerk, 17 Photovoltaikanlagen und drei Mini-Blockkraftheizwerke, um die Stromversorgung in Ludwigslust zu organisieren. Die Nutzung regenerativer Energiequellen und den Einsatz rationeller Energietechnik voranzutreiben, ist das Ziel von Wulf-Peter Bosecke und seinem Team. Denn Treibhauseffekt, fortschreitende Klimaveränderung und Zerstörung natürlicher Lebensräume seien Folgen des globalen CO 2 -Ausstoßes. Ursache hierfür sei vor allem die ungehemmte Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung.

Dabei lässt sich mit bereits heute verfügbarer Technik unser gesamter Energiebedarf durch umweltfreundliche und ungefährliche Energieträger decken. Die Sonne liefert uns in nur dreißig Minuten diejenige Energiemenge, die derzeit von der gesamten Weltbevölkerung jährlich als Primärenergie verbraucht wird. Regenerative Energieträger sind letztendlich immer Formen von Sonnenenergie; sie sind CO 2 -neutral und unerschöpflich. Bosecke: "Deshalb wollen wir noch mehr Dachflächen, die dafür geeignet sind, für die Erzeugung grünen Stroms nutzen. Wir bauen zwar nichts selber, bekommen den Strom aber aus der Wirtschaft und von Privatleuten angeboten und nehmen ihn natürlich auch ab."

Muss die Energiewende für den Verbraucher wirklich teuer werden? Nein, sagt Bosecke, die Regierung habe es in der Hand, den Umbau vernünftig zu steuern. Im übrigen würden derzeit 24,2 Prozent des von den Stadtwerken gelieferten Stromes bereits aus erneuerbaren Energien bestehen. 28 Prozent stammten aus Kernenergie, 47,8 Prozent aus fossilen Brennstoffen. Im nächsten Jahr werde der Anteil erneuerbarer Energie bei 35 Prozent, 2017 bei 50 Prozent und 2022 bei 100 Prozent liegen, ist sich Bosecke sicher.

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