Großfeuer vernichtet Wintervorrat - Heu für 1800 Kühe in Klinken verbrannt

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13. Juli 2008, 06:44 Uhr

Klinken - Es ist um 4.15 Uhr als Thomas Völzer aufsteht, um sich Kaffee zu kochen. Um 5 Uhr will er seine Arbeit aufnehmen. Doch beim Blick aus dem Fenster sieht er gegenüber hohe Flammen und dichten Rauch aus den dortigen Lagerhallen der Agrargenossenschaft schlagen.

Ohne zu zögern löst er den Sirenenalarm aus und rennt zum Brandort. Eine Lagerhalle mit den Ausmaßen von rund 20 mal 50 Meter brennt lichterloh. Völzer, der die Anlage in Klinken, die zur Agrargenossenschaft Spornitz gehört, leitet, weist die ersten eintreffenden Kameraden ein, die umgehend mit den Löscharbeiten beginnen.

Die Klinkener fordern angesichts des Ausmaßes des Feuers über die Leitstelle in Schwerin weitere Verstärkung an. „Das eigentliche Feuer können wir nur kontrolliert abbrennen lassen, da ist nichts mehr zu retten“, berichtet der Einsatzleiter und Wehrführer von Klinken Horst Wiese. Zum Glück klappt die Wasserversorgung. Das Löschwasser wird aus dem öffentlichen Netz und aus einer Zisterne entnommen.

Insgesamt brennen etwa 800 bis 900 große Bunde Heu und Schafschwengel, die vor rund acht Wochen hier eingelagert wurden. „Das sollte Teil der Winterration für unsere 1800 Mutterkühe in der Firma sein. Außerdem ist ein Heuwender durch das Feuer vernichtet worden“, erzählt Völzer.

Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebes unterstützen mit ihrer Technik die Feuerwehrkameraden, indem sie Ballen mittels Radlader aus dem Brandbereich holen und auseinander ziehen, damit sie besser gelöscht werden können.

Zwar haben die Feuerwehren den Brand relativ schnell im Griff, das kontrollierte Abbrennen aber erfordert mehrere Stunden Einsatz aller Beteiligten. Während die ersten Feuerwehren im Laufe des frühen Vormittags abrücken konnten, mussten die Klinkener Kameraden bis kurz nach 19 Uhr am Einsatzort verbleiben.

„Als es möglich wurde, die glimmenden Ballen aus der Lagerhalle herauszuholen, haben die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft diese auf ein nahe gelegenes Feld verlagert. Dort wurden diese von den Kameraden dann abgelöscht“, so der stellvertretende Amtswehrführer Raik Marckward. Erschöpft beendeten die Kameraden am Abend ihren Einsatz um 19.19 Uhr. Doch um 20.09 Uhr ertönte erneut die Sirene. Diesmal mussten die Klinkener noch einmal zum Feld ausrücken, da dort wieder Rauch aufstieg, was aufmerksame Bürger gemeldet hatten.

Den Schaden beziffern Beamte der Polizei auf 100 000 bis 120 000 Euro. Zur Brandursache konnten noch keine Angaben gemacht werden, die Feuerwehr schließt aber Selbstentzündung als mögliche Ursache nicht aus.

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