Großer Kreideabbruch auf Rügen - Küste bröckelt

An der Kreideküste auf der Insel Rügen ist es erneut zu einem großen Abbruch gekommen. Insgesamt stürzten am Mittwoch (09.04.2008) rund 15.000 Kubikmeter Kreide auf einer Länge von 100 Metern in die Tiefe, sagte Rico Markmann vom Nationalparkamt Jasmund am Mittwoch. Foto: dpa
An der Kreideküste auf der Insel Rügen ist es erneut zu einem großen Abbruch gekommen. Insgesamt stürzten am Mittwoch (09.04.2008) rund 15.000 Kubikmeter Kreide auf einer Länge von 100 Metern in die Tiefe, sagte Rico Markmann vom Nationalparkamt Jasmund am Mittwoch. Foto: dpa

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10. April 2008, 07:28 Uhr

Sassnitz - An der Kreideküste auf der Ostseeinsel Rügen ist es erneut zu einem großen Abbruch gekommen. Insgesamt stürzten am Mittwoch rund 15 000 Kubikmeter Kreide auf 100 Metern Länge in die Tiefe, wie Rico Markmann vom Nationalparkamt Jasmund am Mittwoch der dpa sagte. Dies sei der größte Abbruch seit dem spektakulären Absturz der Wissower Klinken vor rund drei Jahren. Damals waren rund 50 000 Kubikmeter Kreide und Mergel von der Steilküste abgebrochen. Ursache für den erneuten Vorfall seien extreme Niederschläge seit dem Sommer 2007. Ein Großteil des Wassers stecke noch immer im Boden, sagte Markmann. Erst am Dienstag waren auf Rügen bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen.

Die Abbruchstelle liegt rund 500 Meter südlich des Kieler Baches. Dort türmen sich Markmanns Angaben zufolge auf einer Breite von 50 Metern rund drei Meter hohe Kreidemassen. Ein Fossiliensammler hatte am Vormittag den Abbruch beobachtet und dem Nationalparkamt gemeldet. Die Serie der Abbrüche wird sich nach Einschätzung des Experten fortsetzen. An der insgesamt 13 Kilometer langen Steilküste seien derzeit kleinere Abbrüche von 100 bis 200 Kubikmetern zu verzeichnen. „Das Wasser fließt in kleinen Rinnsalen und Bächen aus dem Kliff und lockert es dabei“, sagte er. Die Abbrüche bezeichnete Markmann als ganz natürlichen Vorgang. „Da ist man machtlos.“

Wegen der Gefahr weiterer Abbrüche mahnt das Nationalparkamt Spaziergänger zu besonderer Vorsicht. Am Strand sollten sie die Küste genau beobachten. Auf dem Hochuferweg sollten Spaziergänger nicht zu nahe an die Abbruchkante treten. Eine sehr große Gefahr gehe von überhängenden, nur noch durch Wurzelteller gehaltenen Bäumen aus. Fossiliensammler sollten derzeit ihrem Hobby unterhalb der Steilküste nicht nachgehen. „Sie richten den Blick nach unten und können nicht sehen, was über ihnen passiert.“

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