Großer Bahnhof für neue Flieger

Hundert Tonnen Fracht mit zwei Flugzeugen in einer Nacht – Parchims Flughafen kommt auf Touren. Bis Mitte August wurden schon 2600 Tonnen Fracht umgeschlagen, so viel wie im vergangenen Jahr zusammen, erklärte Parchims Landrat Klaus-Jürgen Iredi (SPD).

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01. Oktober 2008, 04:43 Uhr

Parchim - Vor zwei Wochen flog ein Jumbo der China Southern Airlines zum ersten Mal in Parchim ein in der Nacht zu gestern wurde die Flugverbindung ins chinesische Zhenzhou nun offiziell eröffnet. Zuvor hatten die Flugplatz-Betreiber Jonathan Pang und die australische Goodman Gruppe vor potenziellen interationalen Investoren und Wirtschaftsvertretern für das Projekt geworben – kulinarisch mit einem deftigen Büfett des Brauhauses „Made in Parchim“.

Bringen derzeit rund drei Flugzeuge hauptsächlich Bekleidung nach Parchim, peilt Jonathan Pang bis zu fünf Flieger pro Tag an. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist die Aufnahme des Flugbetriebs von China Southern Airlines, immerhin die größte Fluggesellschaft der Volksrepublik China. Das Unternehmen befördert auch Passagiere und gehört zu den Top Ten der Airlines mit dem weltweit größten Fluggästeaufkommen. Außerdem betreibt China Southern Airlines mit dem deutschen Turbinenhersteller MTU ein Joint Venture, das in China die Triebwerke der Maschinen überholt.

Die Flotte zählt 287 Flugzeuge (hauptsächlich Airbus und Boeing) und 168 Bestellungen und gehört zu den modernen der Branche. Auch in Parchim sind die Verhältnisse jetzt klarer. Wie Landrat Klaus-Jürgen Iredi bestätigte, ist Jonathan Pangs LinkGobal jetzt im Grundbuch als Eigentümer des Flugplatzes samt 500 Hektar Gewerbeflächen eingetragen, nachdem die erste Rate in der Kreisstadt eingetroffen war. Der Rest der insgesamt 30 Millionen Euro ist bis Ende 2009 fällig.

Noch in diesem Jahr will Jonathan Pangs Partner, der Projektentwickler Goodman International, dem 53 Hektar Fläche gehören, mit Erschließungsarbeiten am Flugplatz beginnen. Ziel ist die Ansiedlung von Logistikfirmen und produzierendem Gewerbe, damit die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Als Branchen nannte Goodman Textil, Hihtech und Elektronik.

An die Unternehmer aus Fernost appellierte Landrat Klaus-Jürgen Iredi, „am Standort Parchim zu investieren“ und sagte weiterhin Unterstützung „mit allen Kräften“zu. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren legte übrigens das erste Gespräch zwischen dem Unternehmensberater Prof. Grützmacher und dem chinesischen Unternehmer Jonathan Pang in China den Grundstein für die Privatisierung. Darauf machte gestern die Schweriner IHK aufmerksam.

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