Großer Bahnhof auf Großbaustelle

Trubel auf Güstrows größter Baustelle. Mit mehr als 200 Gästen feierte der Investor Nawaro Donnerstag Richtfest auf der 20 Hektar großen Baustelle des Bioenergieparks im Norden der Stadt. Der Rohbau dieser in ihrer Dimension und Leistungsfähigkeit weltweit einmaligen Anlage ist nahezu fertig.

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03. Oktober 2008, 07:57 Uhr

Güstrow - 14 Millionen Euro der 100-Millionen-Euro-Investition sind bereits verbaut. 20 von insgesamt 24 Fermentern, in denen das Biogas produziert wird, sind im Rohbau fertig. Demnächst beginnt der Innenausbau der Fermenter, kündigt Eckhard Pratsch, Projektleiter der Nawaro Engineering vor Ort, an. „Jetzt hat der Rohrleitungsbau begonnen, der Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Auch die Halle für die Gasaufbereitung steht bereits im Fundament“, schildert Pratsch den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Das Büro- und Sozialgebäude mit der Schaltzentrale soll Ende des Monats im Rohbau fertig sein. „Anfang März 2009 wollen hier hier einziehen.“

Pratsch zeigt sich über den Baufortschritt zufrieden. Das Regenrückhaltebecken ist fertig und im Fahrsilo sind bereits 40 000 Tonnen Maissilage eingelagert, die Kapazität beträgt 70 000 Tonnen. Die zurzeit 110 Arbeiter auf der Großbaustelle wollen dafür sorgen, dass am 30. März 2009 das erste Modul, bestehend aus vier Fermentern und einem Gärrestelager, fertiggestellt ist. Dafür soll ab November die Zahl der Beschäftigten noch auf 200 erhöht werden. „Schon im Februar kommenden Jahres wollen wir die Fermenter mit Gärresten füllen, um am 1. Juli erstmals Biogas einspeisen zu können“, erklärt Pratsch. Mit der kompletten Fertigstellung des Großprojektes rechnet er im März 2010. Dann sollen stündlich 5750 Kubikmeter Biogas in die Gasleitung eingespeist werden.

Also ein Grund zum Feiern, dachte sich Nawaro und lud mit großem Bahnhof zum Richtfest ein. Sogar Wolfgang Tiefensee, Bundesverkehrsminister und Beauftragter für den Aufbau Ost, machte Donnerstag für das Prestigeprojekt in Güstrow Station. „Die Investition am Standort Güstrow ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung der Region von großer Bedeutung, sondern eröffnet vielversprechende Wege in eine Zukunft mit erneuerbaren Energien“, so der Minister. Das hörte vor allem auch Güstrows Bürgermeister Arne Schuldt gerne, von Anfang an ein vehementer Förderer der riesigen Biogasanlage. „Ich bin überzeugt, das Güstrow langfristig davon profitieren wird“, so Schuldt.

Dennoch hat Nawaro erst 60 Prozent der Rohstofflieferungen für die Anlage mit Landwirten aus der Region vertraglich abgesichert. „Wir brauchen erst im Frühjahr 100 Prozent“, sagt Pratsch. Er mache sich keine Sorgen, dass bis dahin die Rohstoffe für die Anlage gesichert seien.

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