Große Trauer um kleinen Tiger - Kranker „Joschi-Timba“ aus dem Schweriner Zoo musste eingeschläfert werden

„Joschi-Timba“ hatte sich schnell zum Publikumsliebling  im Zoo  entwickelt. Jetzt musste er eingeschläfert werden. Foto: Kewitz
„Joschi-Timba“ hatte sich schnell zum Publikumsliebling im Zoo entwickelt. Jetzt musste er eingeschläfert werden. Foto: Kewitz

Trauer im Schweriner Zoo: Der kleine Sibirische Tiger Joschi-Timba ist tot. Das im Januar dieses Jahres geborene Junge von Tiger-Mama Dschuna musste wegen einer schweren Erkrankung eingeschläfert werden. Das bestätigte der Tierpark der Landeshauptstadt gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

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27. Oktober 2008, 06:29 Uhr

Schwerin-Ostorf - „Joschi-Timba hat an akutem Nierenversagen gelitten, deshalb haben wir uns in Abstimmung mit den Fachleuten des Berliner Instituts für Zoo- und Wildtierforschung entschlossen, das Tier einzuschläfern“, sagte der Direktor des Schweriner Zoos, Michael Schneider, gestern.

Die Untersuchung zu den genauen Ursachen der schweren Erkrankung dauere noch an, so Schneider.
Bereits im September seien erste Krankheitssymptome bei Joschi-Timba aufgetreten, die sich dann aber vorübergehend wieder gebessert hätten, berichtet der Zoo-Direktor. „Danach hat sich der Zustand des Tigers rapide verschlechtert, er konnte nicht mehr sehen und hatte Gleichgewichtsstörungen.“

Die Entscheidung, das Tier einzuschläfern, von den Beteiligten schweren Herzens getroffen, sei alternativlos gewesen. „Joschi-Timba sollte sich nicht mehr weiter quälen“, so Michael Schneider.

Tierpark will an Zucht festhalten
Im Januar war der Tiger im Zoo der Landeshauptstadt zur Welt gekommen – und hatte sich schnell zu einem Publikumsliebling entwickelt. Zu Ostern wurde der knuffige Kater offiziell vorgestellt. 1000 Besucher nutzten damals die Möglichkeit, einen Blick auf den Sohn von Tiger-Mama Dschuna und Vater Zabor zu werfen.

Auch später war das Interesse groß. Groß ist deshalb die Bestürzung über den Tod des kleinen Tigers. Groß war vor drei Jahren auch die Sorge um Mutter Dschuna, die nach der Geburt ihrer Kinder Buran, Mandschu und Wassja an einer lebensbedrohlichen Virusinfektion erkrankte.

Ob es einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung von Joschi-Timba und der Krankheit von Dschuna gibt, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sagen, so Direktor Schneider: „Wir müssen zunächst die weiteren Analysen abwarten.“

Der Zoo wolle an der Zucht von sibirischen Tigern festhalten, kündigte Schneider an. Fraglich sei allerdings, ob Dschuna noch einmal Mutter werden könne. Seit Mai 2000 lebt die Tiger-Dame im Tierpark der Landeshauptstadt. Geboren wurde sie im September 1997 im litauischen Kaunas.

Zweimal ist Dschuna bereits Mutter geworden. Im Mai 2002 kam Ronja zur Welt, die innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms an den „Paradise Wildlife Park“ in England abgegeben wurde.

Im Dezember 2004 schließlich schenkte Dschuna den Katern Buran, Mandschu und Wassja das Leben. Buran lebt im Tierpark Stendal, Mandschu und Wassja haben im Zoo von Schwerins Partnerstadt Wuppertal ein neues Zuhause gefunden.

„Um weiterhin sibirische Tiger in Schwerin züchten zu können, wollen wir uns möglicherweise um ein zusätzliches Weibchen bemühen“, erklärte Michael Schneider.

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