Neue Ausstellung widmet sich ab 15. Mai der Leipziger Schule : Große Namen im Güstrower Schloss

Die Leipziger Schule im Blick: Schlossleiterin Regina Erbentraut baut gerade die neue Ausstellung im Wirtschaftsgebäude auf. Hier das Gemälde 'Denkmal für die bürgerlichen Pädagogen Plato und Dolz' aus dem Jahre 1982 von Kurt Dornis. Jens Griesbach
Die Leipziger Schule im Blick: Schlossleiterin Regina Erbentraut baut gerade die neue Ausstellung im Wirtschaftsgebäude auf. Hier das Gemälde "Denkmal für die bürgerlichen Pädagogen Plato und Dolz" aus dem Jahre 1982 von Kurt Dornis. Jens Griesbach

Eine hochwertige und packende Ausstellung verspricht Schlossleiterin Regina Erbentraut. Dafür bürgen schon die Namen der Künstler: Kurt Dornis, Sighard Gille, Ulrich Hachulla, Wolfgang Mattheuer...

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09. Mai 2011, 10:24 Uhr

Eine hochwertige und packende Ausstellung verspricht Schlossleiterin Regina Erbentraut. Dafür bürgen schon die Namen der Künstler: Kurt Dornis, Sighard Gille, Ulrich Hachulla, Wolfgang Mattheuer, Gerhard Kurt Müller, Volker Stelzmann, Werner Tübke und Heinz Zander. Der Kern der so genannten Leipziger Schule. 31 ihrer Werke aus den Beständen des Staatlichen Museums Schwerin sind ab dem 15. Mai im Wirtschaftsgebäude des Güstrower Schlosses unter dem Titel "Sachlichkeit und Opulenz - Leipziger Malerei zwischen 1960 und 1987" zu sehen. Erstmals wird die Leipziger Schule in dieser kompakten Form auf dem Güstrower Schloss präsentiert.

Gemälde thematisieren menschliche Grundfragen

Hervorgegangen aus der Hochschule für Grafik und Buchkunst, erfuhr die Leipziger Schule bereits vor der politischen Wende gesamtdeutsche Aufmerksamkeit. Auf ihr gründet die seit einem Jahrzehnt weltweit renommierte Neue Leipziger Schule. Die jetzt gezeigte Kunst sei zwar 40 Jahre alt, aber immer noch aktuell, habe viel mit dem heutigen Leben zu tun, unterstreicht Regina Erbentraut. "Die Botschaften der Bilder erreichen uns heute genauso. Es geht um menschliche Grundfragen", sagt sie. Das Staatliche Museum Schwerin will die charakteristische Vielfalt jener heute fast legendären Künstlergenerationen in der neuen Schau präsentieren. Die Ausstellung wird ergänzt um drei Leihgaben von Rolf Kuhrt, der seit seiner Emeritierung an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in der Nähe von Güstrow lebt und arbeitet.

Nach der kürzlich im Wirtschaftsgebäude beendeten Ausstellung von Helga Weihs sollte aufgrund der geplanten Sanierung des Schlosses eigentlich keine weitere folgen. Doch es kam anders. Die großangelegte Sanierung des Güstrower Renaissancebaus wurde vom Land verschoben (SVZ berichtete). "Deshalb machen wir jetzt mit Ausstellungen weiter", so Regina Erbentraut. Bis die Sanierung beginne - voraussichtlich 2014 - gehe der normale Museums- und Ausstellungsbetrieb weiter. Auch die Dauerausstellung im Schloss werde weiter hochwertig aufgestockt. Im Gegensatz zum Gebäude soll die Sanierung des Schlossgartens schon dieses Jahr beginnen und 2014 abgeschlossen sein.

Regina Erbentraut freut sich über die neue Ausstellung im Wirtschaftsgebäude des Schlosses. "Nicht nur die gezeigte Kunst ist von hoher Qualität, sondern auch das Gebäude ist hervorragend und eignet sich optimal für Ausstellungen", sagt sie. Hier könne der Betrachter, losgelöst von medialer Reizüberflutung, die Bilder in Stille auf sich wirken lassen.

Zur Ausstellungseröffnung am 15. Mai, dem internationalen Museumstag, erzählt Lisa Jürß um 14 Uhr in einem Ausstellungsrundgang Erwerbungsgeschichte(n). Sie berichtet von den Möglichkeiten und Beschränkungen der damaligen Ankaufspolitik, wie das Staatliche Museum zu seinen "Mattheuers" kam und warum Bernhard Heisig nicht vertreten ist. Sie gibt Einblicke in Atelierbesuche und plaudert über so manche Begegnung mit den Künstlern der Leipziger Schule. Lisa Jürß gestaltete zwischen 1968 und 2001 als Leiterin der Gemäldesammlung das Profil der kompakten Sammlung Leipziger Malerei im Staatlichen Museums Schwerin maßgeblich mit.

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