Großbaustelle Bioenergiepark wächst unaufhörlich

Computeranimation des zukünftigen Bioenergieparks im Norden Güstrows. Die komplette Anlage, die in ihrer Größe und technischen Ausstattung einmalig ist, soll im März 2010 volle Leistung bringen. Montage: Nawaro
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Computeranimation des zukünftigen Bioenergieparks im Norden Güstrows. Die komplette Anlage, die in ihrer Größe und technischen Ausstattung einmalig ist, soll im März 2010 volle Leistung bringen. Montage: Nawaro

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10. Juli 2008, 06:57 Uhr

Güstrow - Was hier auf Güstrows größter Baustelle gebaut wird, gibt es weltweit kein zweites Mal, sagt Eckhard Pratsch, Direktor der Nawaro Engineering, die die Biogasanlage baut. Pratsch ist der Projektleiter vor Ort. Die Güstrower Anlage hat eine Kapazität von 20 Megawatt. 46 Millionen Kubikmeter Gas sollen hier jährlich produziert werden.

Damit kann eine Stadt von mehr als 50 000 Einwohnern versorgt werden. „Die von uns eingesetzte Gasaufbereitungstechnik für das Biogas ist ganz neu. In der Anlagenkonfiguration ist Güstrow zudem technologisch einmalig“, so Pratsch, der bereits die Nawaro-Biogasanlage in Penkun gebaut hat, die jedoch nicht so fortschrittlich ist wie die Güstrower.

Gerade befindet sich auf dem 20 Hektar großen Gelände vor den Toren Güstrows der erste von insgesamt 24 Fermentern mit einem Fassungsvermögen von je 4000 Kubikmetern im Rohbau. In diesen Fermentern wird das Biogas produziert. Das Fundament für zwei weitere ist bereits gelegt. Schon Ende Februar 2009 soll das erste Modul, bestehend aus vier Fermentern, fertiggestellt sein, so Pratsch.

Am 1. Juni 2009 soll dann das erste Gas in die unmittelbar neben der Anlage verlaufende Erdgasleitung eingespeist werden. Ab Februar erfolgt dann in Monatsschritten die bautechnische Fertigstellung der weiteren Module. „Die komplette Anlage ist im März 2010 voll betriebsbereit“, sagt Pratsch.

Noch ist die Baustelleneinrichtung nicht ganz abgeschlossen, diverse Baustraßen werden noch komplettiert. Es laufen die Vorbereitungen für den Rohrleitungsbau, der in 14 Tagen beginnen soll. In vier Wochen will Pratsch zudem den Bau des Fahrsilos mit einem Fassungsvermögen von 70 000 Tonnen abgeschlossen haben.

Hier wird Maissilage gelagert, Grundstoff für die Biogaserzeugung. Obwohl der Bau der Anlage bereits voll läuft, hat Nawaro erst 60 Prozent der Rohstofflieferungen für den Bioenergiepark mit Landwirten aus der Region vertraglich gesichert. Bereits seit zweieinhalb Jahren wirbt Nawaro um die Landwirte als Zulieferer. Die hielten sich bisher jedoch stark zurück.

„Viele haben gewartet, bis die Anlage endgültig genehmigt wurde“, sagt Pratsch. Doch jetzt, wo alles klar sei, sei bereits ein Zulauf zu verzeichnen. „Die Input-Stoffe machen uns keine Sorgen. Wir kommen mit den Abschlüssen voran“, gibt er sich optimistisch.

Für das mit der Biogasanlage geplante Düngemittelwerk laufen zurzeit die Ausschreibungen. Hier sollen die Gärreste aufbereitet werden. Die Stadt Güstrow wartet zudem noch auf die Genehmigung zum Ausbau der Kreuzung, die zum Bioenergiepark führt. Für die Anlieferer der Anlage sollen neue Abbiegespuren geschaffen werden. Bürgermeister Arne Schuldt rechnet noch diesen Monat mit der Genehmigung. „Dann dauert es noch drei Monate bis der Ausbau beginnt“, sagt er.

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