Größtes Ferienresort an der Ostseeküste vor der Eröffnung

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09. April 2008, 09:24 Uhr

Früher ging dort die Volksarmee Streife, heute machen sich Urlauber zum Spaziergang auf: Die „Weiße Wiek“, die mit 100 Millionen Euro größte touristische Investition an der Ostseeküste, steht kurz vor ihrer Eröffnung – Betten- schütteln im Ferienpark auf der Halbinsel Tarnewitz bei Boltenhagen. Mitte April reisen die ersten Gäste an. Boltenhagen Grit Büttner, dpaKonrad Alberts ist sichtlich gerührt. Der 66-jährige Strandkorbvermieter aus Boltenhagen (Nordwestmecklenburg) gehört zu den ersten Besuchern der „Weißen Wiek“. Im Ferienpark auf der ehemals militärisch genutzten Halbinsel Tarnewitz gibt es derzeit zur Willkommenswoche Führungen, bevor am 15. April die ersten Übernachtungsgäste anreisen. Für Alberts ein Grund zur Freude: „Hier haben wir als Kinder schon gern gespielt, bevor das Gelände durch die Armee abgesperrt wurde.“

Die offizielle Eröffnung des fast zehn Hektar großen Traumgrundstücks in bester Südlage am Meer ist am 2. Mai. In den vergangenen eineinhalb Jahren entstanden für gut 100 Millionen Euro, davon 44 Millionen Euro Fördermittel, eine Marina sowie zwei Hotels, die Anfang des Monats von Europas größtem Ferienanbieter, der Tui Hotels & Resorts, übernommen wurden. 950 Plätze zählt das Urlaubsrevier. „Doch bauliche Gestaltung und individuelle Betreuung lassen nicht das Gefühl einer Bettenburg aufkommen“, sagt Direktor Thorsten Guse (41). „Die Größe der Anlage brauchen wir aber aus wirtschaftlichen Gründen.“

Luftige weiße Holzbalkone der Bäderarchitektur prägen das Outfit des neuen Ferienparadieses. Neben dem bereits eingeweihten Seglerhafen mit 290 Liegeplätzen und kleiner Erlebnisfischerei ziehen sich die Häuser des „Dorfhotels“ sowie von Deutschlands erstem „Iberotel“ direkt am Wasser entlang. Mit dem exklusiven Viereinhalb-Sterne-Komplex der Iberotel-Kette, die bisher nur aus Südeuropa und Ägypten bekannt ist, betritt Tui Neuland in der Bundesrepublik. Ein zweites Hotel der Marke entsteht vom Sommer an im Müritzkreis am Fleesensee, teilte der Konzern mit. Das Engagement in MV begründet Tui mit steigenden Urlauberzahlen und der Beliebtheit des Nordostens.

Strandkorbvermieter Alberts, der seit der Wende in Boltenhagen seine Brötchen mit den Urlaubern verdient, sieht in der nahe gelegenen „Weißen Wiek“ eher eine Chance, denn Konkurrenz. „Der Tarnewitzer Strand hier ist zu klein, viele Gäste werden mit dem kostenlosen Shuttle-Bus oder dem Ausflugsschiff in den Ort kommen“, erwartet er.

Der Rollrasen grünt bereits in der „Weißen Wiek“, die Kirschbäume blühen, die Heckenrosen schlagen aus. Seit zwei Wochen trainieren die jetzt 120 Hotelbeschäftigten, die fast alle aus der Region kommen und unbefristet angestellt sind, die Serviceabläufe. 191 Zimmer zählt das Luxus-Iberotel, ebenso viele Appartements, das familiäre Dorfhotel, alle verfügen über Balkon und Meerblick, daneben gibt es Restaurants, Bars, Wellnessbereich, Schwimmbad, Tennisplatz, Kunstatelier, Kinderclub und Veranstaltungsscheune.

„Eine Ganzjahresdestination“, hofft Direktor Guse, gebürtiger Rostocker und zuvor sechs Jahre lang Chef des Fleesensee-Dorfhotels. Die Buchungszahlen scheinen ihm Recht zu geben: Für April ist das Dorfhotel Boltenhagen zur Hälfte und für Juli, August bereits komplett ausgebucht.

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